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Biber-Reviere in Tirol

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Biber-Revier bei Prutz: 47.113131, 10.656738
Biber-Revier bei Pflach: 47.514418, 10.719223
Biber-Revier bei Ehrwald: 47.389750, 10.905819
Biber-Revier bei Telfs: 47.309965, 11.101685
Biber-Revier bei Pettnau: 47.282024, 11.212921
Biber-Revier bei Schwaz: 47.363944, 11.732025
Biber-Revier bei Wattens: 47.301585, 11.600189
Biber-Revier bei Hall in Tirol: 47.278996, 11.531525
Biber-Revier bei Terfens: 47.318345, 11.664391
Biber-Revier bei Fügen: 47.343476, 11.865921
Biber-Revier bei Münster: 47.415311, 11.854591
Biber-Revier bei Jenbach: 47.382312, 11.784897
Biber-Revier bei Strass im Zillertal: 47.408109, 11.817169
Biber-Revier bei Kramsach: 47.446665, 11.890984
Biber-Revier bei Radfeld: 47.456184, 11.925659
Biber-Revier bei Kundl: 47.479392, 11.997070
Biber-Revier bei Wörgl: 47.491457, 12.041359
Biber-Revier bei St. Johann in Tirol: 47.510708, 12.424164
Biber-Revier bei Kirchdorf in Tirol: 47.548957, 12.444420
Biber-Revier bei Erpfendorf: 47.582316, 12.474632
Biber-Revier bei Pechtl: 47.625256, 12.462273
Biber-Revier bei Langkampfen: 47.538992, 12.104187
Biber-Revier bei Schwoich: 47.552896, 12.130280
Biber-Revier bei Kufstein: 47.581389, 12.172852
Biber-Revier bei Niederndorf: 47.642261, 12.247696
Biber-Revier bei Mühlgraben: 47.665098, 12.186413
Biber-Revier bei Weidau: 47.676195, 12.175341
Biber-Revier bei Scheiben: 47.683881, 12.168560
Biber-Revier bei Schwaigen: 47.696881, 12.164869

Schnellübersicht – darum geht es auf dieser Seite: Fakten über Europas größtes Nagetier | Infos über die Rückkehr des historisch in Tirol weit verbreiteten Bibers | Verhaltensweisen des Bibers und Verbreitungsgebiete

Der Inn ist die Tiroler Biber-Autobahn: Mehr als 50 Reviere des Heimkehrers

Im Jahre 1813 wurde der letzte Tiroler Biber beim Flüsschen Vils, das am Vilsalpsee entspringt, im Außerfern gefangen. 1863 wurde bei Fischamend der letzte österreichische Biber erlegt. Historisch weiß man wenig über Tiroler Biber. Im ganzen Land zeigen aber Flurnamen wie Biberwier oder Biberkopf, dass das Tier recht verbreitet gewesen sein muss. 1990 wanderten wieder Tiere aus dem bayrischen Raum zu. 2007 gab es dann wieder erste waschechte Tiroler Biber. Der erste Nachwuchs auf Tiroler Boden wurde beobachtet.

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Ende des 19. Jahrhunderts war beinahe ganz Europa frei von Bibern. Grund für die beinahe kontinentalweite Ausrottung war die Biber-Jagd. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts sorgten zahlreiche europäische Wiederansiedlungsprogramme für eine Erholung des Bestandes. In Tirol kehrten die Biber bei Kufstein und bei Reutte aus Bayern zurück in ihre historische Heimat. Der Inn gilt als richtige Biber-Autobahn für Einwanderungen. Entlang des Flusses bis nach Prutz sind zahlreiche Reviere zu finden (mit Abzweigungen in Seitentäler, beispielsweise ins Zillertal oder über Erpfendorf Richtung St. Johann in Tirol).

YOUTUBE  Video der Bergwacht Inzing.

Biber ernähren sich rein vegetarisch. Hauptsächlich Kräuter, aber auch Feldfrüchte (beispielsweise Karotten), sind die Nahrung im Sommerhalbjahr. Im Winter stehen Zweige und Rinde (meist von Pappel, Weide oder Erle) auf dem Speiseplan. Mehr als sieben Kubikmeter Rinden und Pflanzen benötigt ein ausgewachsener Biber dafür pro Jahr. Biber legen auch Vorräte für den Winter an. Dafür stecken sie Äste unter Wasser in ihren Damm, damit das Pflanzgut frisch bleibt. Eine Biber-Familie fällt etwa 50 Bäume pro Jahr. Insgesamt zählen mehr als 150 Pflanzenarten zur Biber-Nahrung.

In einem dichten Ufer- oder Auwald ist die Menge des gefällten Holzes durch Biber nicht problematisch. Der Biber sorgt dadurch für eine ständige Verjüngung des Baumbestandes und schafft damit auch Lebensräume für seltene

Pflanzen und Tiere. Europaweite Untersuchungen haben gezeigt, dass jene Gebiete, in denen Biber leben, zu den artenreichsten, wassernahen Biotopen zählen. Biber kommen heute in Europa vor allem in Skandinavien vor. Im Westen reicht das Verbreitungsgebiet bis Frankreich. Die südliche Grenze ist die Schweiz, Österreich und Slowenien. Die Tiroler Biber-Population zählt somit zu den südlichsten in Europa. Im Osten reicht die Verbreitung bis nach China.

Der Grund für die Beinahe-Ausrottung des Bibers in Europa war die Jagd. Einerseits waren beim Menschen der Pelz und das Fleisch, das als ausgezeichnete Fastenspeise galt, sehr begehrt. Andererseits auch das so genannte Bibergeil. Dabei handelt es sich um ein fetthaltiges, sirupartiges Drüsensekret, das der Biber zur Fellpflege und zum Markieren seiner Reviergrenzen verwendet. Bis ins 19. Jahrhundert wurde Bibergeil von Ärzten zur Behandlung von nervösen Krämpfen, hysterischen Anfällen und bei Epilepsie eingesetzt. Bibergeil wirkt tatsächlich, was auf die enthaltene Salicylsäure, ein Inhaltsstoff der Weidenrinde, zurückgeht. Bibergeil wirkt ähnlich wie Aspirin und ist heute hauptsächlich in der Homöopathie im Einsatz. Natürliche Feinde hat der Biber nur wenige. Zu ihnen zählen Luchs, Wolf und Braunbär.

Die Bauten der Biber reichen von einfachen Erdbauten bis zur klassischen Biber-Burg, die im flachen Gelände (dann oftmals auch als künstliche Insel in einem stehenden Gewässer) bis zu zwei Meter hoch werden kann. Bei Biber-Bauten liegen die Eingänge immer unter Wasser (als Schutz vor Eindringlingen). Eine weitere Bauform ist der bekannte Biber-Damm. Er hat eine wichtige Funktion, nämlich das Wasser aufzustauen. Das verhindert im Winter das Gefrieren des Wassers bis auf den Grund und vereinfacht den Holztransport. Durch das Aufstauen des Wassers vergrößern Biber auch den Lebensraum ihrer bevorzugten Nutzpflanzen, die sich vor allem entlang von Wasser ansiedeln.

BIBER-WISSEN
punktierte Linie
  • Europäischer Biber: Der so genannte Europäische Biber ist das größte in Europa vorkommende Nagetier. Weltweit ist der Biber nach dem südamerikanischen Wasserschwein der zweitgrößte Nager. Ausgewachsen kann er bis zu 30 Kilogramm wiegen und inklusive Schwanz eine Länge von fast 1,3 Metern erreichen. Biber sind reine Vegetarier und können 20 Jahre alt werden.
  • Scharfe Zähne: Biber haben vier vergrößerte Schneidezähne, die (im Gegensatz zu den Backenzähnen) ständig nachwachsen und an der Vorderseite zusätzlich mit Eisen bzw. Eisenverbindungen verstärkt sind. Deshalb erscheinen sie oftmals orangefarben. Da Vorder- und Hinterseite der Schneidezähne unterschiedlich hart sind, entsteht ein selbst schärfender Effekt. Das Nagen an Bäumen wirkt also vergleichbar einem dauernden Messerschleifen.
  • Riesen-Biber: Der Riesenbiber, der zweieinhalb Meter lang wurde, lebte bis vor etwa 10.000 Jahren in Nordamerika. Menschen dürften dem riesigen Tier also noch begegnet sein. Das legen auch alte Indianer-Mythen nahe.
  • Wiederansiedlungsprogramme: Ab Mitte des 20. Jahrhunderts begannen in vielen Ländern Europas Wiederansiedlungsprogramme. In Österreich beispielsweise ab 1976 in den Donau-Auen unterhalb von Wien. Heute wird der Biber-Bestand in Europa auf beinahe eine dreiviertel Million Exemplare geschätzt.
  • Biber-Unfälle: 1990 erstmals an Tirols Landesgrenzen beobachtet, kam bereits 1997 der erste Biber bei einem Verkehrsunfall in der zentral gelegenen Landeshauptstadt Innsbruck um (das Exemplar ist ausgestopft im Zeughaus zu besichtigen). Erstaunlich, da Biber üblicherweise ihren Lebensraum pro Jahr nur um vier bis fünf Kilometer erweitern (der Innsbrucker Biber muss auf Wanderschaft, auf der Suche nach einem neuen Lebensraum gewesen sein). Geschätzte 20 Tiere wurden seither in Tirol Opfer von Verkehrsunfällen.
  • Tiroler Biber-Population: Biber gehen eine lebenslange Ehe ein. Eine Ausnahme bei den Säugetieren. Nur wenn einer der Partner stirbt, sucht der Überlebende eine neue Partnerin bzw. Partner. Biber leben in einem Familienverband, also Eltern und Nachwuchs. Pro Jahr werden zwei bis vier Jungtiere geboren. Nach normalerweise zwei Jahren verlassen diese ihre Familie und gehen auf Wanderschaft. In Tirol gibt es ungefähr 50 Biber-Reviere. Es ist also von mehreren hundert Bibern auszugehen, die hier heimisch geworden sind. Die ersten Hinweise auf in Tirol geborene Tiere stammen aus dem Jahr 2007. Biber stehen in Tirol unter Naturschutz.
  • Tiroler Biber-Beauftragte: Die Aufgaben der Beauftragten bestehen laut Abteilung für Umweltschutz des Landes Tirol hauptsächlich in Unterstützung, Beratung, präventiven Maßnahmen und Service bei Biber-Anfragen und -Problemen sowie das Monitoring bestehender Reviere sowie Bestandserhebungen. Bezirk Kufstein: Wilfried Nairz (Tel. 0699/171 610 87). Bezirk Reutte: Egon Bader (Tel. 0676/426 66 90). Restliches Tirol: Mag. Monika Eder (Tel. 0699/171 610 77).