Lange Wartezeit bei PC-Start

Schnellübersicht – darum geht es auf dieser Seite: Lange Wartezeiten durch langsam startende PCs lösen Stress aus und können dadurch zu Schlafproblemen führen | Methoden, um den Startvorgang eines PCs zu beschleunigen

119 Stunden im „Wartezimmer“ des PC’s: Wie kann man da Zeit sparen?

Den Fernseher schaltet man ein und er läuft auch schon. Das Radio, der Mixer, ja bei fast allen elektrischen Geräten ist das so, wenn auch niemand einen Gedanken darüber verliert. Ganz anders beim PC: Teils ewig lang anmutende Wartezeiten beim Startvorgang liefern genügend Zeit für Gedanken zum Thema. Speicherspezialist SanDisk hat jetzt sogar eine groß angelegte Studie über langen Wartezeiten beim Rechnerstart durchgeführt. Das Ergebnis: Im Jahr laufen bei einem durchschnittlichen Besucher 119 Stunden Wartezeit auf, ehe man produktiv werden kann.

Lesedauer   Lesedauer – für diesen Text benötigt ein durchschnittlicher Leser 3:20 Minuten  (Erklärung hier)

119 Stunden, das sind fast exakt fünf Tage. Doch dabei bleibt es meist nicht. Computerprobleme diversterer Natur bremsen dann auch im laufenden Betrieb die Benutzer immer wieder ein. Über 8000 PC-Nutzer hat SanDisk in dieser Umfrage, die uns von Pressetetx Austria zur Verfügung gestellt wurde, befragt. Ein Viertel der Teilnehmer bekrittelt, dass dadurch über den ganzen Tag hinweg auch die Stimmung leidet. In Sachen Produktivität neben dem immensen Zeitverlust ein weiterer großer Bremsklotz. „Ich sehe den sogenannten Produktivstress, welcher heutzutage noch stärker in den Köpfen der Arbeitnehmern verankert ist, als Hauptursache für den massiven Einfluss der Wartezeiten auf das innere Wohlbefinden“, so Markenexperte Markus Hübner von Brandflow.

SanDisk zufolge kann es bis zu zwölf Minuten dauern, ehe das Gerät nach dem Hochfahren einsatzbereit ist. „In dieser unproduktiven Zeit, in der man eigentlich etwas tun möchte, erhöht sich der Stresspegel“, bestätigt Hübner. Während bei US-Amerikanern nur 14 Prozent der Befragten ihren Frust schon einmal an ihrem Rechner ausgelassen haben, indem sie ihn beispielsweise an die Wand geschleudert haben, sind es bei den Deutschen sogar 23 Prozent. Bei nicht weniger als

„Ich sehe den sogenannten Produktivstress, welcher heutzutage noch stärker in den Köpfen der Arbeitnehmern verankert ist, als Hauptursache für den massiven Einfluss der Wartezeiten auf das innere Wohlbefinden“
Markus Hübner, Markenexperte

27 Prozent der US-Probanden wirken sich die schwachen Leistungen ihres Computers sogar negativ auf den Schlaf aus.

Überdies hat die Studie ergeben, dass Deutsche diese Überbrückungszeit bei der PC-Arbeit als einen der sieben stressigsten Alltagsfaktoren erachten. Geschlagen werden diese Werte nur durch das Warten auf den Bus mit 45 Prozent, das Warten auf einen Arzttermin mit 65 Prozent sowie durch eine Telefonwarteschleife, die stolze 72 Prozent als am nervigsten empfinden. Die Erhebung erstreckt sich über PC-Nutzer in Frankreich, England, Deutschland, Spanien, China, Italien, Australien und den USA.

WARTEZEIT VERKÜRZEN
punktierte Linie
  • SSD statt Festplatte: Wenn großer Speicherplatz nicht zwingend notwendig ist, dann ist von größtem spürbaren Effekt der Tausch der Festplatte gegen ein Solid State Drive (SSD) . Bei einem SSD liegt die Zugriffszeit bei rund 0,1 Millisekunden. Bei der Festplatte dagegen beim bis zu 20fachen. Der große Nachteil dieser auf schnellem Halbleiter-Speicher basierenden Laufwerken ist ihr Preis. Laut der Fachzeitschrift PC-Welt liegt der Preis pro Gigabyte für eine Festplatte aktuell bei ca. drei Cent, bei einem SSD dagegen bei knapp 70 Cent (Analysten rechnen allerdings damit, dass 2014 Preisgleichstand herrschen könnte). Dennoch – umgerechnet auf die Kosten durch die langen Wartezeiten, in der keine Leistung erbracht werden kann, würde sich bei vielen Firmen die in der Anschaffung teureren SSDs über die Produktivitätssteigerung in der Betriebszeit eines PCs durchaus heute schon rechnen. SSDs sind im Einsatz zudem geräuschlos und verbrauchen weniger Energie. In einem Netzwelt-Forum fasste ein SSD-Neueinsteiger die Vorteile folgendermaßen zusammen: „Ich habe nun seit einer Woche (..) SSD (..) im Einsatz und der Performance-Schub ist gewaltig. Windows-Boot in 27 Sekunden.“
  • Windows Performance Toolkit: Für Nutzer des Betriebssystems Windows, Hauptbetroffene in Sachen langer Wartezeit, stellt Microsoft das „Windows Performance Toolkit“ zur Verfügung. Mit der Software wird der Startvorgang des PCs genauestens analysiert und ausgewertet. Aus dem Testergebnis kann man dann herauslesen bzw. von einem Fachmann herauslesen lassen, was die Hauptgründe für einen langsamen Startvorgang sind. Je nach Auslöser kann nachgebessert und somit die Startzeit verkürzt werden. Details zu diesem Toolkit sind hier zu finden.
  • Tuning: Tuning durch spezielle Software oder manuell durch den PC-Nutzer mag in vielen im Internet kursierenden Tipps und Tricks hilfreich klingen, doch darf man sich dadurch keine eklatanten Zeitgewinne erwarten. Die entscheidenden Zeitfresser sind das BIOS  (deutliche Abhilfe schaffen hier moderne Nachfolger wie UEFI) und das Booten des Betriebssystemkerns. Und dies kann kein Tuning beschleunigen. Nur schnellere Hardware. Apropos Tuning-Software: Aufpassen – manche dieser Programme bewirken laut vieler Benutzer-Erfahrungen in Internet-Foren das Gegenteil. Anstatt ihn zu beschleunigen, bremsen sie letztlich den Rechner sogar ein.
Foto: Lisa S.