Schutz vor Keimen

Schnellübersicht – darum geht es auf dieser Seite: Wie Seife in der Keimabwehr funktioniert | Wie man Keime in der Wäsche los wird | Wie man dafür sorgt, dass Haushaltsgeräte nicht zu Keimschleudern werden | Antimikrobielle Wirkung von Kupfer

So wird man Keime im
Haushalt am besten wieder los

Laufend sind wir Bakterien, Viren und Pilzen ausgesetzt. Mit jedem Handschlag, mit jedem Griff an einen Türknauf oder Lichtschalter fangen wir uns Keime ein. Doch wie wird man diese manchmal krank machenden Keime wieder los?

Lesedauer   Lesedauer – für diesen Text benötigt ein durchschnittlicher Leser 3:05 Minuten  (Erklärung hier)

Regelmäßiges Händewaschen ist die wichtigste Abwehrmaßnahme. Immerhin nehmen wir rund dreiviertel der eingesammelten Keime über die Hände auf. Dabei sorgt das Waschen mit Seife nicht für das Abtöten der Keime. Die Seife löst aber den Schmutz, der dann mitsamt den Keimen abgespült wird. Die Keime verschwinden also durch den Abfluss. Das genügt.

Effektives Händewaschen erfordert Zeit: Nach dem Anfeuchten sollte die Seife etwa eine halbe Minute lang in den Händen verrieben und dann sorgfältig abgespült werden. Nur so wird man Keime los. Bei der Verwendung von Desinfektionsmitteln entledigt man sich der Keime nicht nur, sie werden auch abgetötet. Um ihre volle Wirkung zu entfalten, müssen aber auch Desinfektionsmittel rund eine halbe Minute einwirken. Mindestens. Es gibt sie als Flüssigkeit, Spray oder Gel.

Zahnbürsten nützen sich durch den Gebrauch nicht nur ab. Sie sind auch Keimsammler. Man sollte die Zahnbürsten also regelmäßig wechseln, die Herstellerangaben dazu beherzigen. Flüssigseife statt Blockseife zu verwenden ist nicht nur praktischer, sondern auch hygienischer. An der Oberfläche von Blockseife können sich

nämlich Keime ansammeln, die beim nächsten Händewaschen wieder aufgenommen werden. Bei Handseifenspendern sollte man allerdings nicht vergessen, den Pumpgriff regelmässig zu reinigen. Wenn auch nicht in der Seife selbst, so sammeln sich Keime an dieser Stelle.

Zu selten gereinigt werden Türgriffe, auch Wasserhahngriffe. Das wäre besonders wichtig. Sie sind eine der stärksten Keimverteiler. Auch Lichtschalter fallen in diese Kategorie.

Interessante Wege werden zuletzt in einigen Krankenhäusern bezüglich antimikrobiell wirkender Werkstoffe eingeschlagen (Hospitäler haben ganz besonders mit der Keimproblematik zu kämpfen). Beispielsweise Kupfer oder Kupferlegierungen. Etwa für Türgriffe. Kupfer hat auf eine Vielzahl von Bakterien und Viren eine antimikrobielle Wirkung. Das funktioniert so: Kupfer setzt Ionen frei, die Keime abtöten können. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Kupfer nach Aufnahme von bestimmten Erregern, diese in zwei Stunden fast zu hundert Prozent abgetötet haben. Die antimikrobielle Wirkung des Werkstoffs Kupfer lässt mit der Zeit auch nicht nach. Das Material darf nur nicht beschichtet sein.

Hygiene, Teil 1: Wie man sich Keime einfängt

KEIME IM HAUSHALT
punktierte Linie
  • Um die Umwelt zu schützen und Energie sowie Kosten zu sparen, werden bei Maschinenwäsche fast ausschließlich Programme mit niedrigen Temperaturen verwendet. Doch in der Wäsche, und noch viel schlimmer in der Waschmaschine selbst, sammeln sich dadurch Keime regelrecht an. Bei 30- oder 40-Grad-Wäschen werden sie nicht abgetötet. Dazu bedarf es 60 Grad (Kochwäsche ist nicht erforderlich).
  • Hand- und Putztücher sowie Unterwäsche sind ganz besonders Keimen ausgesetzt. Sie sollten immer mit 60 Grad gewaschen werden (also nur 60-Grad-waschtaugliche Stoffe erwerben). Wenn man dadurch regelmäßig 60-Grad-Wäschen zwischendurch durchführt, verhindert dies auch, dass sich Keime in der Waschmaschine selbst ansammeln und von Waschgang zu Waschgang an die Wäsche weitergegeben werden. Der feuchte Innenraum der Maschine ist ein Paradies für Keime. Also nach dem Waschen auch die Maschine durch Offenlassen der Türe auslüften. Wer nie 60-Grad-Waschgänge durchführt, sollte zwischendurch entweder Bleichmittel (wirkt keimtötend) oder einen Maschinenreiniger mit gleicher Wirkung in einem gesonderten Waschgang verwenden.
  • Schon oft wurde plakativ berichtet, dass Kühlschränke Keimbrutstätten sind. Um dies zu verhindern, sollte nicht nur regelmäßig mit Putzmitteln gereinigt werden (alle zwei bis drei Wochen). Gemüse, Obst oder rohes Fleisch sollte zudem immer gut verpackt eingelagert werden, nie offen. Ein wichtiger Faktor ist aber auch die Temperatur. Kühlschränke sind oft zu warm eingestellt. Ideal wären vier Grad. Das tötet Keime zwar nicht ab, aber sie vermehren sich bei derart tiefen Temperaturen nicht mehr. Rund dreiviertel der Haushalte beherzigen diese Vorsichtsmaßnahme nicht.
Foto: Shutterstock/Jezper