Richtiger Umgang mit Blasen

Schnellübersicht – darum geht es auf dieser Seite: Grund für die Blasenentstehung | Hilfreiche Vorbeugungsmaßnahmen | Richtige Behandlung von Druckblasen | Tricks, mit denen die Blasenbildung verhindert werden kann | Spezialfälle

Die kleinen, lästigen Quälgeister:
Wie man mit Blasen richtig umgeht

Wer kennt sie nicht, lästige Blasen? Ob nach einem ausgedehnten Wanderausflug, einer ausgiebigen Sightseeing-Tour oder nach dem Kauf von neuen Schuhen: Blasen sind unangenehm und können auch gefährlich werden. Wenn man nicht richtig mit ihnen umgeht.

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DRUCK-BLASEN. Blasenbildung ist ein Abwehrmechanismus des Körpers. Er versucht sich vor Druck oder Reibung mit dieser „Polsterung“ zu schützen. Auslöser können beispielsweise Steinchen in Schuhen, Falten in Socken oder neue und noch nicht der Fußform angepasste Schuhe sein. Wenn man zudem an den Füßen schwitzt, beschleunigt dies die Bildung von Druckblasen. Auch wenn sie meist an den Füßen entstehen, können sie sich an jeder beliebigen Hautstelle bilden (Gitarrenspieler etwa klagen nach ausgiebigem Spielen immer wieder über Blasen an den Fingerkuppen). Beim Vorgang der Blasenbildung löst sich die oberste Hautschicht und der entstandene Hohlraum füllt sich mit Gewebeflüssigkeit. Wenn dies geschehen ist, sollte man unbedingt darauf verzichten, die Blase zu öffnen. Vergessen sie Tipps, eine Blase mit einer Nadel aufzustechen umgehend. Auch wenn diese desinfiziert ist. Die Gefahr, dass Keime eindringen und zu einer Entzündung führen (in weiterer Folge möglicherweise sogar zu einer Blutvergiftung), ist zu groß. Die Blase auf natürliche Weise abheilen lassen. Gegebenenfalls mit einem Blasenpflaster vor zu starkem Druck schützen. Sollte es dennoch passiert sein, dass die Blase geplatzt ist, empfiehlt sich eine sofortige Desinfektion der offenen Stelle und ein Schutz durch Pflaster oder Verband.

BRAND-BLASEN. Wer schon gekocht oder gebügelt hat, der kann sicher seine ganz persönliche Geschichte über Brandblasen erzählen. Die effektivste Hilfe ist das alte Hausmittel, die verletzte Hautstelle sofort mit fließendem, kalten Wasser zu kühlen. Und zwar ausgiebig. Etwa zehn Minuten lang. Anschließend empfiehlt es sich, die Blase mit einem feuchten, kalten Lappen weiter kühl zu

halten. Etwa eine halbe Stunde lang. Bei sehr großen Brandblasen sollte man nach der Kühlung sicherheitshalber den Arzt aufsuchen.

BLUT-BLASEN. Blutblasen entstehen, wenn Gewebe durch einen Quetschvorgang oder Stoß unter der intakt gebliebenen obersten Hautschicht verletzt wurde. Anders als bei einer herkömmlichen Blase, in die Gewebeflüssigkeit in den entstandenen Hohlraum eindringt, tritt durch diese Verletzung Blut ein. Blutblasen sind meist harmlos. Wenn allerdings durch den Druck durch das geronnene Blut Schmerzen auftreten, sollte man den Arzt aufsuchen. Dieser sorgt in einem sterilen Umfeld durch Öffnen der Blase für Druckausgleich. Auch in diesem Fall geht die größte Gefahr von eindringenden Keimen und daraus resultierenden Entzündungen aus.

FIEBER-BLASEN. Ursache für Fieberbläschen ist eine Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus. Dieser Virus ist sehr häufig. Rund 90 Prozent der Bevölkerung tragen ihn in sich. Die Medizin hat bisher noch kein wirklich gut wirksames Mittel gegen Fieberblasen gefunden. Der Heilungsverlauf lässt sich nur bedingt beeinflussen. Was vergleichbar gut wie die pharmazeutischen Angebote wirkt, ist das alte und relativ günstige Hausmittel Teebaumöl. Es hat eine antibakterielle Wirkung. Außerdem wirkt es austrocknend und hilft dadurch, dass sich die mit Flüssigkeit gefüllten Fieberblasen schneller zurückbilden. Vorsicht: Bei der Anwendung ist darauf zu achten, das Teebaumöl möglichst nur auf die Blase zu geben und den Kontakt mit gesunden Hautflächen zu vermeiden. Diese werden durch das Teebaumöl spröde und Herpesviren könnten sich dort einfacher festsetzen – die Plage würde neu beginnen.

BLASEN-KUNDE
punktierte Linie
  • Wie entstehen Blasen? Durch dauernde Reibung löst sich die Oberhaut von der Lederhaut. Der entstandene Hohlraum füllt sich mit Gewebsflüssigkeit und beult den Hohlraum aus. Blasen sind eine Abwehrreaktion des Körpers gegen ständige Reibung und Druck.
  • Wie kann man Blasenbildung vorbeugen? Nach dem Kauf von neuen Schuhen sollte man die Füße langsam an den Schuh gewöhnen. Durch schrittweise längeres Tragen passt sich das Material des Schuhs der Fußform an und die Gefahr der Blasenbildung sinkt. Bei der Anprobe von neuen Schuhen ist wichtig, dass die Zehen und die Ferse ausreichend Platz haben, der Schuh aber dennoch gut sitzt. Wichtig ist eine gute Belüftung des Schuhs, damit man Schwitzen vermeidet.
  • Wie behandelt man eine Blase? Blasen sollte man nach Möglichkeit nicht öffnen, da sonst Keime in den Hohlraum zwischen der abgelösten Hautschicht und dem Untergewebe eindringen können. Die möglichen Folgen sind Entzündungen oder eine Blutvergiftung. Die Blase also unversehrt abheilen lassen, eventuell mit einem Blasenpflaster schützen. Je nach Blasengröße dauert der Heilungsprozess zwischen zwei Tagen und einer Woche.
AUS DER TRICKKISTE
punktierte Linie
  • Routinierte Wanderer, aber auch Soldaten wenden gerne den „Leukoplast-Trick“ an. Dabei wird medizinisches Klebeband, das normalerweise zum Tapen verwendet wird (also Klebeband ohne Wundpolster, durchgängig mit Kleber versehen), eingesetzt. An den Problemstellen, beispielsweise der Ferse, wird das Klebeband fest wie eine zusätzliche Hautschicht aufgeklebt (unbedingt Faltenbildung vermeiden). Der Schuh reibt dann nicht direkt auf der Haut, sondern auf dem Klebeband und schützt somit die Haut darunter. Diese Vorgangsweise imitiert die Hornhautbildung des Körpers. Hornhautbildung ist eine körpereigene Schutzvorkehrung.
  • Problemzonen können alternativ auch mit Hirschtalg eingeschmiert werden. Dieser macht die Haut geschmeidig. Es zieht nur langsam ein und bildet einen Schutzfilm auf der Hautoberfläche. Am besten wirkt er, wenn er über einen längeren Zeitraum verwendet wird (mehrere Tage). Hirschtalg bietet sich vor allem an, wenn man neue Schuhe, bei denen man sich nicht sicher ist, ob sie perfekt sitzen, „eingehen“ möchte. Routinierte Soldaten verbinden beide Tricks: Vorbehandlung mit Hirschtalg, bei langen Märschen wird dann zum Leukoplast-Trick gewechselt (Vorsicht: das Klebeband hält nicht auf kurz zuvor mit Hirschtalg behandelten Hautflächen, dieses einziehen lassen).
  • Aloe-Vera-Cremes sorgen für eine schnellere Abheilung von Druck-, Brand- oder Blutblasen. Bei Fieberblasen hilft durch seine antibakterielle und austrocknende Wirkung Teebaumöl.
Foto: Shutterstock/iMarin