Hilfe bei Sonnenbrand

Schnellübersicht – darum geht es auf dieser Seite: Vorkehrmaßnahmen vor dem Sonnenbad | Sonnenbrand, was ist zu tun? | Vorkehrmaßnahmen beim Solariumbesuch | Warum zuviel Sonne für die Haut gefährlich ist

Der Haut nicht zu viel zumuten:
Maximal 50 Sonnenbäder im Jahr

Egal ob Sonnen am Strand oder ein Besuch im Solarium – man sollte seiner Haut nicht zuviel zumuten. Mediziner haben eine Faustregel: Man sollte sich an maximal 50 Tagen im Jahr ein Sonnenbad gönnen. Nicht zu vergessen ist natürlich die richtige Hautpflege davor, während und danach, um einen Sonnenbrand zu vermeiden.

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Für viele ist Sonnenbrand untrennbar mit Sommer und Urlaub verbunden. Allerdings handelt es sich dabei medizinisch gesehen um eine Entzündung der Haut bzw. Verbrennung. Symptome sind gerötete Hautstellen und Schwellungen. Die Entzündung kann auch Juckreiz hervorrufen. Vor allem in Zusammenhang mit Salzwasser, das die Haut zusätzlich austrocknet. In schweren Fällen kommt es zu einer Blasenbildung. Da dies eine Verbrennung 2. Grades darstellt, ist umgehend ein Arzt aufzusuchen. Zu dieser Entzündungsreaktion der Haut kommt es, wenn man einer zu intensiven oder zu langen Strahlung ausgesetzt war. Die Intensität der Sonnenstrahlung variiert beispielsweise je nach Höhenlage. Im Gebirge ist sie intensiver als auf Meereshöhe. Der Grund ist die Atmosphäre. Sie ist ein Sonnenschutz (die äußerst gefährliche UV-C-Strahlung wird glücklicherweise fast vollständig von der Atmospähre ausgefiltert, weshalb beim Sonnenbad nur UV-A und UV-B wirkt). Auch individuelle Faktoren sind mitbestimmend. Je nach Hauttyp haben manche Menschen mehr Eigenschutz als andere (mehr dazu hier). Ebenfalls ein wichtiger Faktor ist der richtige Sonnenschutz durch eine Sonnenschutzcreme. Ein Sonnenbrand tritt etwa drei Stunden nach Erreichen der individuellen Höchsdosis auf. Je nach Stärke dauert die Heilung zwischen zwei und fünf Tagen. Der Höhepunkt der Beschwerden wird nach einem halben bis eineinhalb Tagen erreicht. Fieber oder gar ein Kreislaufzusammenbruch können als Begleiterscheinungen auftreten.

Von einem Sonnenstich spricht man, wenn Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder Ohrensausen nach einem Sonnenbad auftritt. Der Grund für einen Sonnenstich ist eine Überhitzung des Gehirns. Kleine Kinder, die noch nicht über ein vergleichbar dickes und damit

schützendes Haupthaar wie Erwachsene verfügen, sind stärker gefährdet. Ein einfaches Hilfsmittel ist eine Kappe oder ein Hut. Bei Anzeichen für einen Sonnenstich (beispielsweise hochroter Kopf oder Einsetzen von eingangs beschriebenen Symptomen), sollte der Betroffene einen schattigen Platz aufsuchen und kühlende Umschläge anlegen. Bei einem starken Sonnenstich Arzt aufsuchen oder ins Krankenhaus bringen lassen. Sonnenstich und Sonnenbrand können parallel auftreten.

Das UV-Strahlenspektrum der Sonne und jenes der Leuchten in Solarien unterscheiden sich grundlegend. Lange Zeit stand hauptsächlich der UV-B-Anteil im Sonnenlicht in Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen. Deshalb ist in Solarien der UV-B-Anteil herausgefiltert. Allerdings ist UV-B hauptsächlich für die Hautbräunung verantwortlich. In Solarien behalf man sich mit einer Erhöhung der UV-A-Strahlung (das ist auch der Grund, warum Solarien-Bräune oft karottenfarbig wirkt). Mittlerweile hat die Wissenschaft jedoch herausgefunden, dass auch die UV-A-Strahlung die Entstehung von Hautkrebs begünstigt. Bei modernen Sonnenbänken wird auf sonnenlichtähnliche Strahlung gesetzt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Belastung durch UV-Strahlung mittlerweile in die höchste Krebsrisikostufe eingeordnet. Solarien sind eine Alternative zum natürlichen Sonnenbad, aber das Risko betreffend nicht besser. Problematisch ist die Strahlenstärke. Man sollte sich daher im Solarium unbedingt vom fachkundigen Personal beraten lassen. Und was die Faustregel der Mediziner betrifft (nur 50 Sonnenbadtage im Jahr): Solarienbesuche sind mitzuzählen, also keine Ergänzung zum herkömmlichen Sonnenbad.

SONNENBRAND-WISSEN
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  • Wie entsteht Sonnenbrand? Sonnenbrand geht hauptsächlich auf die Wirkung von UVB-Strahlen zurück. UVA-Strahlen verstärken zudem die Wirkung von UVB-Licht. In zu hohen Dosen genossen, ist Sonnenbrand die Folge. Er tritt ab ungefähr drei Stunden nach Erreichen der individuellen Höchstdosis auf (bei lange andauernden Sonnenbädern also möglicherweise bereits während des Sonnens). Ist die Bestrahlungsdosis für die Haut zu hoch (die Empfindlichkeit ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich), kommt es zu einer Entzündungsreaktion, die als Verbrennung einzustufen ist. Und wie bei einer herkömmlichen Verbrennung wird auch beim Sonnenbrand die Ausprägung in drei Grade unterteilt:
    • 1. Grad: Starke Rötung, Juckreiz, Brennen
    • 2. Grad: Zusätzlich Blasenbildung
    • 3. Grad: Oberhaut zerstört, Hautablösung
  • Wie verhindert man Sonnenbrand? Die Mittagssonne meiden. 50 Prozent der UV-Strahlunstagesdosis misst man zwischen 11 und 14 Uhr. Sonnenschutzcreme verwenden. Sie muss dem individuellen Hauttyp angepasst sein. Vorsorgemaßnahme vor einem längeren Strandurlaub: Betacarotin-Kapseln einnehmen. Eine Wirkung tritt aber erst nach ungefähr sechs Wochen ein. Also rechtzeitig damit beginnen. Betacarotin hat eine gewisse UV-Schutzwirkung. Es nimmt auch Einfluss auf den Zellstoffwechsel der Haut, beschleunigt die Heilung der Verbrennung.
  • Wie behandelt man Sonnenbrand (1. Grad)? Kühlende Umschläge und After-Sun-Lotionen verwenden. Entzündungshemmende und schmerzstillende Tabletten verschaffen Schmerzlinderung. Sonne in der Folge unbedingt meiden, bis der Sonnenbrand abgeheilt ist. Hausmittel: Wickel aus Naturjoghurt, Vollmilch oder Topfen (mit Milch verdünnt). Wattebauch in Apfelessig tunken, betroffene Hautstellen abtupfen oder Apfelessig ins Badewasser und ein Bad nehmen. Für eine verbrannte Nase ist das Auflegen eines angefeuchteten Teebeutels (Schwarz- oder Grüntee) schmerzlindernd. Bei Sonnenbrand 2. Grades ist ein praktischer Arzt oder ein Hautarzt aufzusuchen. Bei Sonnenbrand 3. Grades sollte man sich umgehend im Krankenhaus behandeln lassen.
SPEZIALFALL SOLARIUM
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  • Auf was ist bei einem Solariumbesuch zu achten? Besuchen sie nur qualitativ gute Sonnenstudios mit individueller Beratung. Die Verwendung von Parfum, Kosmetika, Deosprays, Cremes aller Art ist tabu. Ein Geheimtipp unter Solarienbesuchern ist, sich einzuölen, um die Bräune zu intensivieren. Verzichten Sie darauf, denn die UV-Strahlen dringen dadurch leichter in die Haut ein und es kann schneller zu Verbrennungen kommen. Die individuell richtige Länge der Bestrahlung einhalten (vom Personal beraten lassen). Augen schützen (Schutzbrille tragen).
  • Wer sollte ein Solarium meiden? Menschen mit sehr heller Haut, blauen Augen oder vielen Sommersprossen bzw. auffälligen Pigmentmalen. Menschen mit blonden oder roten Haaren sollten ebenfalls vorsichtshalber verzichten. Wer sich unsicher ist, sollten einen Arzt konsultieren.
  • Was ist in punkto Hygiene zu beachten? Wer Ansteckungen mit Kolibakterien oder anderen Erregern vermeiden möchte, sollte unbedingt die Sonnenbank vor der Benutzung gründlich reinigen. Am besten sein eigenes Desinfektionsmittel mitbringen. Eine Untersuchung in Deutschland hat gezeigt, dass die in Sonnenstudios zur Verfügung gestellten Desinfektionsmittel oft nicht ausreichend sind.
Foto: Shutterstock/Pavell