Enthaarung mit Naturmethode

Schnellübersicht – darum geht es auf dieser Seite: Herkunft der Naturenthaarungsmethoden Halawa und Camsakizi | Rezepte zur Herstellung der Pasten | Vorgangsweise bei der Enthaarung | Vorteile der Naturmethoden

Epilieren wie Cleopatra: Schmerzarme orientalische Naturmethoden

Halawa (oder die türkische Variante Camsakizi) ist eine orientalische Haarentfernungsmethode, die im Gegensatz zur Wachsmethode für ihre sanfte und schmerzarme Wirkungsweise bekannt ist. Ursprünglich stammt sie aus Ägypten. Halawa- und Camsakizi-Pasten bestehen aus rein natürlichen und daher hautschonenden Zutaten und können kostengünstig selbst hergestellt werden. Das Enthaarungsergebnis hält für mehrere Wochen an.

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Für die Herstellung zu Hause muss man etwas Zeit einplanen. Im Orient werden daher meist Halawa-„Partys“ organisiert, bei der sich verwandte oder befreundete Frauen treffen und gemeinsam Halawa kochen und dann Schönheitspflege durchführen. Es ist ein gesellschaftliches Ereignis, den Kindern wird aus dem noch warmen Sirup mitunter auch ein köstlicher Lutscher gedreht. Halawa-Enthaarung wird meist auch in Hamams angeboten. Enthaarung nach der Naturmethode gehört im Nahen Osten zur Badekultur. Die Halawa-Enthaarung kann man auch mit einer Art „Aromatheraphie“ verbinden, in dem man kleine Mengen an duftenden Gewürzen der Zuckerpaste beimengt. Beispielsweise Zimt oder Pfefferminze. Dies macht den Vorgang noch angenehmer. Es sollten aber hautverträgliche Gewürze sein.

Halawa (das gleiche gilt für die Camsakizi) bietet eine ganze Reihe von Vorteilen gegenüber den in der westlichen Welt verbreiteten Methoden, bei denen Wachs verwendet wird. Die Zucker- oder Honigpaste ist weitaus angenehmer und wirkt äußerst schmerzarm. Sie ist sehr hautverträglich und aufgrund der natürlichen Zutaten allergiefrei und zudem sehr hygienisch. Wer eine Paste aus Honig verwendet, hat zusätzlich noch den Vorteil der antimikrobiellen Wirkung des Honigs. Der Haarwuchs wird mit der Zeit feiner und verlangsamt sich. Die natürlichen Zutaten haben eine pflegende Wirkung (das Hautgewebe wird entschlackt, abgestorbene Hautteile mitentfernt, Porenverstopfungen gelöst). Diese Methode des

Epilierens ist bereits tausende Jahre alt und stammt aus der ägyptischen Pharaonenzeit. Angeblich hat bereits Cleopatra sie angewandt.

Wer nicht die Zeit aufbringt oder genug Geduld hat, Halawa selbst herzustellen, kann auf Fertigprodukte zurückgreifen. Diese praktischen Mischungen braucht man für die Anwendung nur kurz erwärmen und schon kann es los gehen. Vor dem Auftragen sollte immer die Temperatur am Handrücken getestet werden. Sowohl für die Eigenmischung, als auch Fertigprodukte (im Bild ein ägyptisches Fertigprodukt) gilt, dass die optimale Anwendungstemperatur der Paste erreicht ist, wenn diese der Körpertemperatur entspricht.

Die für die Enthaarung verwendeten Stoffstreifen können immer wieder verwendet werden. Die im wesentlichen aus wasserlöslichem Zucker bestehende Paste löst sich beim Waschen der Baumwolle gänzlich aus dem Gewebe. Dann einfach trocknen lassen. Auch die behandelten Hautstellen sind mit lauwarmem Wasser leicht zu reinigen. Angenehm und erfrischend ist es, mit kaltem Wasser nachzubehandeln. Auch Eiswürfel sind eine beliebte Hautberuhigungsmethode. Zum Abschluss empfiehlt sich der Einsatz von Aloe-Vera-Gel oder Pflegeölen (beispielsweise Rosenöl). Wer eine besonders empfindliche Haut hat, sollte sie vor der Anwendung der Zuckerpaste mit Babypuder behandeln. Wichtig ist, dass die Haut fettfrei ist. Es empfiehlt sich, längere Haare vorher abzurasieren.

Halawa-Packung

HALAWA-METHODE
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  • Halawa-Rezept: Zutaten: 150 Gramm Zucker (alternativ Honig), Saft einer Zitrone (alternativ drei Messerspitzen Zitronensäure in warmem Wasser aufgelöst), ein Esslöffel Olivenöl. Zutaten in einem Kochtopf vermischen und bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren langsam erhitzen. Die Masse nimmt beim Karamellisieren einen goldgelben Farbton an. Topf von der Herdplatte nehmen, abkühlen lassen. Weiterhin umrühren, damit die Masse nicht klumpt. Die fertige Mischung kann sofort verwendet werden. Alternativ kann sie in Vorratsbehälter abgefüllt werden. Vor der späteren Verwendung dann wieder erwärmen (Mikrowelle, Wasserbad). Da Zitronen nicht immer gleich viel Zitronensäure im Saft enthalten, muss man eventuell mit der Menge an Zitronensaft experimentieren. Lebensmittelechte Zitronensäure ist die bessere Alternative, da günstiger. Tipp: Um die richtige Konsistenz des Halawa bei der Herstellung zu prüfen, ein wenig Masse aus dem Topf in kaltes Wasser tropfen lassen. Sie muss sofort kristallisieren. Wichtig: Nach dem Karamellisieren Wasserkontakt meiden.
  • Enthaarung nach Halawa-Methode: Das Halawa (beispielsweise mit stumpfem Messer oder einem Lineal) in Wuchsrichtung der Haare auf die Haut auftragen. Anschliessend sofort Streifen aus Baumwollstoff in die Paste drücken. Wenn sich die Halawa-Masse abgekühlt hat, die Streifen in einem flachen Winkel abziehen (je flacher, desto schonender). Ist die Haut gerötet, hilft Aloe-Vera-Gel. Man kann auch mit Eiswürfel kühlen. Ein anderer Trick ist, vor dem Auftragen der Masse Babypuder auf die Haut aufzutragen.
CAMSAKIZI-METHODE
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  • Camsakizi-Rezept: Zutaten: 250 Gramm Zucker, 50 ml Zitronensaft (alternativ Zitronensäure: 50 ml warmes Wasser mit 5 bis 7 Prozent Zitronensäure versetzen). Camsakizi vergleichbar dem Halawa-Rezept herstellen.
  • Enthaarung nach Camsakizi-Methode: Die für eine zu enthaarende Hautstelle benötigte Menge an warmer Camsakizi-Masse dem Kochtopf entnehmen und auf ein Teller geben. Etwas abkühlen lassen, dass man es anfassen kann, ohne sich zu verbrennen. Anschließend Masse mit den Fingerspitzen kneten. Durch den Knetvorgang wird die Masse fester. Das Camsakizi dann gegen die Wuchsrichtung der Haare auftragen und in Wuchsrichtung aufrollen (vergleichbar einer Roulade).
Fotos: Shutterstock/Inozemceva, Schima