Eine Runde Teekunde

Schnellübersicht – darum geht es auf dieser Seite: Spurenelemente im Wasser und ihre Wirkung | Mineralwasser und Leitungswasser im Vergleich | Auswirkungen eines gestörten Flüssigkeitshaushaltes im Körper | Qualitätsunterschiede von Mineralwassern verschiedener Hersteller

Wasser ist das ideale Getränk, doch
muss es immer Mineralwasser sein?

Rund 91 Liter Mineralwasser werden in Österreich im Durchschnitt pro Kopf im Jahr konsumiert. Im Vergleich zu Deutschland mit ca. 136 Liter Pro-Kopf-Jahresverbrauch um einiges weniger. Der Grund? In Österreich ist das Leitungswasser gefragter, als im nördlichen Nachbarland, das übrigens weltweit gesehen das Land mit dem sechsthöchsten Mineralwasserverbrauch ist.

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Mineralwasser ist aufgrund der enthaltenen Spurenelemente gesund. Der Körper kann in Wasser gelöste Spurenelemente zudem leichter aufnehmen, als beispielsweise aus fester Nahrung. So das Ergebnis einer Studie der Universität Wien. Allerdings ist Mineralwasser nicht gleich Mineralwasser, was die Menge der gelösten Stoffe betrifft. Die Unterschiede sind sehr groß. Zudem ist es keineswegs so, dass unser herkömmliches Leitungswasser keine Spurenelemente enthält – wenn auch etwas weniger (siehe dazu auch der Vergleich im Infokasten rechts).

Wichtig ist es jedenfalls, dass der Mensch am Tag seinen Flüssigkeitsverbrauch ausgleicht. Zwei Liter sollten es schon sein. Und hierfür ist Wasser ideal, weil leicht verträglich. Egal, ob Mineral- oder Leitungswasser. Doch warum ist Mineralwasser so beliebt? In Werbespots wird es als erfrischend, prickelnd und gesund angepriesen. Erfrischend, praktisch, prickelnd – so empfinden es laut einer Umfrage die Konsumenten. Weiterer Vorteil: Mineralwasser stillt Durst am besten. Genuss von Mineralwasser fördert einen gesunden Lebensstil.

Allerdings – wollte man seine täglichen zwei Liter empfohlener Flüssigkeitsaufnahme komplett aus Mineralwasser bestreiten, bedeutet dies auf Jahressicht einen nicht unerheblichen Griff in die Geldtasche. Bei Aktionsangeboten kostet ein Liter Qualitätsmineralwasser rund 20 Cent. Das summiert sich im Jahr auf rund 150 Euro (bei Discountmineralwasser kommt man auf rund 100 Euro). Sollte man gar ein Anhänger der teureren Mineralwasser mit Geschmack sein, dann werden sogar an die 600 Euro im Jahr fällig. Wohlgemerkt – bei Aktionspreisen. Für die gleiche Menge Leitungswasser werden im Jahr um die drei Euro fällig. Und angemerkt sei, dass es auch Mineralwasser gibt, das weniger Spurenelemente als so manches Leitungswasser enthält. Wer besonderen Wert auf enthaltene Spurenelemente legt, sollte die Angaben auf dem Etikett der

Flasche im Auge behalten. Die enthaltenen Mengen der jeweiligen Komponenten variieren von Marke zu Marke teilweise stark, weshalb ein ständiger Wechsel der Marke keine schlechte Idee ist. Man kann also getrost und ohne schlechtes Gewissen nach Einkaufspreis entscheiden, denn je nach Aktionsangeboten stellt sich damit automatisch ein ständiger Wechsel ein.

Auch ein Grund, die Spurenelementemengen in einem Mineralwasser im Auge zu behalten, sind gesundheitliche Gründe. Für diejenigen, die unter Bluthochdruck leiden, ist bekanntlich eine salzarme Kost sehr hilfreich. Mineralwässer mit hohem Natrium- und Chloridgehalt sollten deshalb gemieden werden. Für Kinder und Senioren, aber auch Menschen, die wegen einer Laktoseintoleranz auf Milchprodukte verzichten müssen, eignet sich besonders Wasser mit hohem Kalziumanteil. Magnesium- und natriumhaltige Wasser sind für Sportler zu empfehlen, oder wenn man aufgrund anderer Tätigkeiten viel schwitzt.

Die Aufnahme von Spurenelementen aus Wasser ist die eine Seite der Gesundheitsmedaille, der schon angesprochene ausgeglichene Wasserhaushalt des Körpers die andere. In Zeiten wie heute, in denen sich viele Menschen mehr denn je Gedanken um ihr Aussehen machen, wird immer öfter die Nahrungszufuhr zurückgeschraubt oder Diäten durchgeführt, um abzunehmen. Da aber etwa die Hälfte der notwendigen Flüssigkeitszufuhr für den Körper aus fester Nahrung bestritten wird, übersehen viele bei einer Reduktion von fester Nahrung, dass der Bedarf auf Seiten der Flüssigkeitsaufnahme ausgeglichen werden muss. Dies wird vor allem dann gesundheitlich bedenklich, wenn in Phasen von reduzierter Nahrungsaufnahme parallel anstrengende Tätigkeiten oder Sport ausgeübt werden, bei dem viel geschwitzt wird – und eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr diese Defizite nicht ausgleicht. Und auch bei Durchfall besteht ein erhöhter Flüssigkeitsbedarf.

VERGLEICH MINERAL- & LEITUNGSWASSER
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  • Sowohl Mineral-, als auch Leitungswasser enthalten wichtige Spurenelemente. Die Bandbreite ist dabei von Quelle zu Quelle sehr groß. Bei zwei französischen Sorten Mineralwasser wurden beispielsweise sehr hohe 2127 Milligramm bzw. sehr niedrige 138 Milligramm Mineralstoffanteil gemessen. Zum Vergleich: Der Mineralstoffanteil des Leitungswassers eines Tiroler Ortes, von dem uns die Werte vorliegen, beträgt ca. 224 Milligramm Mineralstoffanteil.
  • Wir haben die Menge ausgewählter Spurenelemente im Mineralwasser eines bekannten österreichischen Qualitätsherstellers mit jener von Leitungswasser dieser Tiroler Trinkwasserquelle verglichen (Werte mg/l, Mineralwasserwerte in der ersten Spalte):
    Chlor 19,4 0,6
    Fluorid 0,7 0,5
    Hydrogencarbonat 259,0 160,5
    Kalium 1,6 1,1
    Kalzium 112,0 38,2
    Magnesium 40,7 10,6
    Natrium 14,1 0,5
    Sulfat 221,0 6,3
  • Die Wirkung der Spurenelemente:
    Chlorspielt bei der Regulierung des Wasserhaushalts und der Bildung der Magensäure eine Rolle. Tagesbedarf 2300 Milligramm.
    Fluor fördert Zahn- und Knochenaufbau und hat eine hemmende Wirkung beim Bakterienwachstum. Tagesbedarf 3 bis 4 Milligramm.
    Hydrogencarbonat reguliert den Säure-Basenhaushalt des Körpers.
    Kalium kann verschiedene Enzyme aktivieren und hilft bei der Regulierung des Wasserhaushalts. Wichtig für Nervenfunktion, Herz und Muskeln. Tagesbedarf 4700 Milligramm.
    Kalzium ist für Knochenaufbau und Zähne wichtig. Wichtig für Herzfunktion, Muskeln, Blutgerinnung, Hormone und Nerven. Tagesbedarf 1300 Milligramm.
    Magnesium wirkt unterstützend bei Muskel- und Nervenaufbau, bei der Aktivierung von Enzymen. Ist wichtig für Herz, Nerven, Muskeln und Blutgerinnung. Tagesbedarf 420 Milligramm.
    Natrium spielt bei der Regulierung des Wasserhaushalts sowie bei Aufnahme und Transport von Nährstoffen eine Rolle. Tagesbedarf 1500 Milligramm.
    Sulfat unterstützt den Aufbau von Proteinen und Knorpelsubstanz, regt die Verdauung an. Trägt zur Festigkeit von Haaren und Haut bei.
TRINKWASSER-FAKTEN
punktierte Linie
  • In den Anfangszeiten des Mineralwasserverkaufs war die hygienische Qualität bei der Abfüllung des Wassers noch nicht auf dem Stand von heute. Deshalb musste damals etwas für die Konservierung getan werden – Kohlensäure. Das Konservierungsmittel von einst ist heute untrennbar mit Mineralwasser verbunden und die Beigabe wurde deshalb beibehalten. Aber auch stille Wasser sind mittlerweile möglich, da die heutige Hygienequalität bei der Abfüllung dies problemlos zulässt.
  • Der menschliche Körper besteht zu knapp 70 Prozent aus Wasser. Das Gehirn übrigens zu rund 85 Prozent.
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