Sterbebegleitung für Kinder

Schnellübersicht – darum geht es auf dieser Seite: Betreuung für schwerkranke Kinder | Verbesserung der Lebensqualität für Patienten und Angehörige

Sterbebegleitung für Kinder in der Steiermark bald flächendeckend

Das Leiden und Sterben schwerstkranker Kinder sind Tabus in unserer Gesellschaft – noch mehr wahrscheinlich, als es Tod und Trauer ohnehin schon sind.

Lesedauer   Lesedauer – für diesen Text benötigt ein durchschnittlicher Leser 1:45 Minuten  (Erklärung hier)


Gerade weil das so ist und das Thema Sterbebegleitung für Kinder auch in Österreich eher stiefmütterlich behandelt wird, sind erfolgreiche Initiativen umso mehr zu begrüßen. In der Steiermark werden nun spezielle mobile Palliativ-Teams für Kinder und Jugendliche eingesetzt – ab 2016 soll die Versorgung flächendeckend sein.

Allein in der Steiermark leben derzeit bis zu 2000 Kinder und Jugendliche mit einer schweren Krankheit, mehr als 100 brauchen dringend eine palliativmedizinische Betreuung. Zur Aufgabe dieser speziellen Palliativ-Teams gehört die Versorgung und Begleitung der jungen Patienten zur Verbesserung ihrer Lebensqualität genauso wie die Betreuung der Angehörigen. Schließlich bedeutet die Ausnahmesituation auch für Eltern und Geschwister der kranken Kinder eine große Belastung.

Die Hospiz- oder Palliativ-Betreuung für Kinder und Jugendliche sollte zwar speziell auf die jungen Patienten und deren Angehörige ausgerichtet sein. Allerdings gilt, wie im Fall geriatrischer Patienten: Auch wenn es nur noch wenig Hoffnung auf eine Heilung gibt, darf die ärztliche Betreuung nicht aufhören. Bei schwerkranken Kindern ist das

Thema umso tragischer, weil die kleinen Patienten noch kein langes Leben hinter sich haben.

Das Projekt mobile Palliativbetreuung für alle Betroffenen kostet die Steuermark laut Medienberichten rund 3,5 Millionen Euro, 900.000 Euro fallen für die spezielle Betreuung von Kindern und Jugendlichen an. Als eine Art Stützpunkt für die mobilen Teams sollen die Kinderabteilungen in Leoben und Graz dienen, wo schwerkranke Kinder und Jugendliche betreut werden, für die es wenig Hoffnung auf eine Heilung gibt. Für die Patienten selbst soll die Betreuung übrigens kostenlos sein. Die Kosten werden aus dem Gesundheitsfonds Steiermark finanziert.

In Wien, wo bis zu 800 Kinder an unheilbaren und lebensbedrohenden Krankheiten leiden, organisiert das im Frühjahr 2013 gegründete mobile Kinderhospiz MOMO (mehr Infos dazu sind hier zu finden) die notwendige Unterstützung für die kleinen Patienten und ihre Angehörigen. Ein wichtiger Punkt der Angebotspalette des Kinderhospizes MOMO ist zudem die Trauerbegleitung nach dem Tod des Kindes.

Jörn Brien
In Zusammenarbeit mit Aspetos.at
Foto: Shutterstock/Lohrbach