Ein Koffer für die letzte Reise

Schnellübersicht – darum geht es auf dieser Seite: Hintergrund zur Ausstellung „Einmal Jenseits und zurück“ im Wiener Museumsquartier | Enttabuisierung des gesellschaftspolitischen Tabuthemas „Tod“

„Ein Koffer für die letzte Reise“: Große Ausstellung im Wiener Museumsquartier

Sicher ist, das Leben ist endlich. Eine unumstößliche Konstante in unserem leben. Beobachtet man jedoch das gesellschaftliche Leben, muss man zu dem Schluss kommen, dass diese Gewissheit ignoriert wird. In unserer Spaßgesellschaft ist kein Platz für den Tod.

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Weit gefehlt. Das Wissen um den Tod ist eine Bereicherung. Das Wissen führt uns vor Augen, dass wir endlich sind und nicht für die Ewigkeit auf dieser Erde wandeln. Die Ausstellung, die sich über ein Monat erstreckt, soll dafür Bewusstsein schaffen.

„Einmal Jenseits und zurück“ lautet der treffende Untertitel der Veranstaltung. Denn sie führt gedanklich an die Schwelle zum letzten Augenblick und zurück. Für die Ausstellung werden 25
Prominente wie Roland Dürringer, Barbara Stöckl, Dompfarrer Anton Faber, Waltraud Klassnik und viele andere einen Koffer mit all jenen Dingen packen, die sie mit auf die letzte Reise nehmen würden.

Das Konzept zur Veranstaltung stammt von Fritz Roth, einem der bekanntesten Bestatter und Trauerbegleiter Deutschlands, der mittlerweile verstorben ist. Er war der Gründer des ersten

privaten Friedhofs in Deutschland und verfasste einige Bücher zu den Themen Tod und Sterben. Schwerpunkt in seinem Schaffen war mit Sicherheit sein „Haus der menschlichen Begleitung“ in Bergisch Gladbach.

„Aspetos spielt bei der Veranstaltung in Wien eine tragende Rolle. Es ist für uns selbstverständlich und hier zu engagieren. Schließlich ist das die erste Publikumsveranstaltung, die sich intensiv mit diesen wichtigen Themen auseinandersetzt. Seit der Gründung von Aspetos 2007 ist es mir ein Anliegen Bewusstsein zu schaffen. Der Tod gehört nicht an den Rand der Gesellschaft, sondern ins Zentrum.“, meint Jörg Bauer, Gründer von Aspetos.

Das Grundziel des Projektes ist die Enttabuisierung des gesellschaftspolitischen Tabuthemas „Tod“ auf einer breiten Ebene. Ausstellung vom 29. März bis 26. April. Jede Woche von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 19 Uhr.

Foto: Shutterstock/Nguyen