Krimis sind (neben Kochbüchern) immer noch das literarische Erfolgsgenre schlechthin.

Schnellübersicht – darum geht es auf dieser Seite: Joe Fischler ist mit seinem jüngsten Valerie-Mauser-Roman „Veilchens Rausch“ beim 1. Tiroler Krimifest dabei

1. Krimifest Tirol – 33 Veranstaltungen an 15 Schauplätzen: Ganz Tirol als Tatort

30, 15, 2, 33 — das ist weder der Beginn einer Reihe von sechs aus 45 Lottozahlen, noch eine kryptische Voraussage des Wahlergebnisses vom kommenden Sonntag. Nein, es handelt sich dabei um die Kennzahlen des 1. Krimifestes Tirol, bei dem von Samstag, 14. Oktober, bis Samstag, 21. Oktober, 30 Autorinnen und Autoren bei 33 Veranstaltungen an 15 Schauplätzen (vulgo Tatorten) das Land in kriminalistische Hochspannung versetzen werden. Und zwei Auszeichnungen werden auch vergeben.

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Da wird geklotzt, nicht gekleckert und mit der größten Veranstaltung dieser Art in Österreich der Tatsache Rechnung getragen, dass Krimis (neben Kochbüchern) immer noch das literarische Erfolgsgenre schlechthin sind. Initiiert und organisiert haben das Festival, das künftig jährlich stattfinden soll, Haymon-Verleger Markus Hatzer und der mit seiner Thriller-Trilogie um die Bestatterin Blum zum internationalen Bestsellerautor avancierte Bernhard Aichner. Eröffnung- und Abschlussfeiern des Festivals finden in Innsbruck statt; ansonsten verteilen sich die Schauplätze von Lesungen, Workshops und Werkstattgesprächen mit internationalen Stars der Krimi- und Thrillerszene auf Buchhandlungen, Büchereien, Mehrzweck- und sonstige -säle in ganz Tirol zwischen Sillian und Ischgl, Elmen und Kufstein. Der erstmals verliehene Österreichische Krimipreis — mit von der PEMA-Gruppe gestifteten 4000 Euro dotiert — wird an Thomas Raab, den Schöpfer der Adrian-Metzger-Krimis, verliehen. Der Träger bzw. die Trägerin eines von Raiffeisen finanzierten Preises für den begabten Kriminachwuchs zwischen 16 und 19 Jahren wird erst im Rahmen des Eröffnungsfestes am 14. Oktober im Treibhaus bekanntgegeben.

Mit dabei sind viele klingende Namen: von dem Schweden David Lagercrantz (Fortsetzung der „Millennium“-Reihe) und dem Briten Simon Beckett, dessen Protagonist David Hunter zuletzt in „Totenfang“ ans Werk ging, über den Bayern Friedrich Ani („Ermordung des Glücks“) bis hin zur Innsbruckerin Lena Avanzini, deren Heldin Carla Bukowski jüngst die Feststellung „Auf sanften Schwingen kommt der Tod“ treffen musste. Außerdem Eva Rossmann, Ursula Poznanski, Herbert Dutzler u.v.m. In dieser erlauchten Runde darf auch der Innsbrucker Joe Fischler nicht fehlen, der vor einigen Jahren erstmals eine unkonventionelle Kriminalpolizistin namens Valerie Mauser auf eine Tour de Force durch Innsbruck geschickt und sie soeben ihren bereits vierten Fall, „Veilchens Rausch“, lösen hat lassen.

Das Veilchen — so lautet Valeries Kosename — hat seine ersten drei Fälle mit viel Verstand gelöst, aber mit noch mehr Glück und knapper Not gerade einmal so überlebt. Ihren aktuellen Fall, der mit einem Mord auf der Umbrüggler Alm oberhalb von Innsbruck seinen Ausgang nimmt, geht die Polizistin deshalb mit etwas mehr Bedacht an. Vergleichsweise jedenfalls, denn auch wenn der Autor seiner Figur einen durchaus plausiblen Reifungsprozess angedeihen hat lassen, lebt und arbeitet Veilchen im Grunde immer noch nach der Devise „alles oder nichts“. Allerdings denkt Veilchen mittlerweile ganz kurz ein zweites Mal nach, bevor sie sich doch für „alles“ entscheidet und mit Verve ins immer turbulente berufliche und private Geschehen stürzt.

In „Veilchens Rausch“ dienen Joe Fischler hochaktuelle politische Themen wie die Wohnungsnot in Innsbruck als Hintergrundgeräusche des zu lösenden Kriminalfalls, in dem das bereits bekannte Personal auftritt— von Veilchens Freund Stolwerk bis hin zum Landeshauptmann, der dieses Mal sogar unter Mordverdacht gerät. Fischler jagt Veilchen mit der wohlvertrauten Lust an der Eskalation durch Innsbruck und setzt da und dort gekonnt ironische Nadelstiche, die Innsbruck-Insidern Vergnügen bereiten. Mehr oder weniger ekelhaften Dreck am Stecken haben in „Veilches Rausch“ natürlich fast alle; wer letztlich der Mörder ist, darf natürlich nicht verraten werden. Dazu nur so viel: Das Kasermandl ist es nicht…

Joe Fischler präsentiert „Veilchens Rausch“ (Haymon-Taschenbuch, 320 Seiten, 9,95 Euro) am 17. Oktober in Lienz, am 18. Oktober in Innsbruck und am 19. Oktober in Schwaz. Sämtliche Details zu ihm sowie allen anderen Autorinnen und Autoren, den Veranstaltungen und Schauplätzen des 1. Krimifestes Tirol finden Sie auf Krimifest.at (hier zu finden).

Von  Irene Heisz

Krimis sind (neben Kochbüchern) immer noch das literarische Erfolgsgenre schlechthin.
Fotos: Watzek, Haymon