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Regionalbahn im Bereich Innsbruck

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Bereich Sillpark/Leipziger Platz: 47.264611, 11.405354
Bereich Defreggerstraße: 47.265951, 11.412596
Bereich Langstraße/Pembaurstraße: 47.270115, 11.411211
Bereich Reichenauerstraße bis Andechsstraße: 47.271724, 11.415310
Bereich Reichenauerstraße bis Radetzkystraße: 47.274934, 11.419076
Bereich Reichenauerstraße bis Langer Weg: 47.273464, 11.428270
Bereich Grenobler Brücke: 47.275160, 11.431113
Bereich Schützenstraße bis Josef-Kerschbaumer-Straße: 47.273784, 11.442583
Bereich Josef-Kerschbaumer-Straße bis Endhaltestelle Kajetan-Sweth-Straße: 47.270705, 11.443666
Bereich Innrain beide Richtungen: 47.266999, 11.390537
Bereich Kranebitter Allee bis Fischerhäuslweg: 47.263978, 11.364917
Bereich Kranebitter Allee bis Technikerstraße: 47.263206, 11.352074
Bereich Technikerstraße bis Viktor-Franz-Hess-Straße (Umsetzung 2013/14): 47.265296, 11.345991
Bereich Technikerstraße bis Technik West: 47.264750, 11.339843
Bereich Viktor-Franz-Hess-Straße über Karl-Innerebner-Straße bis Peerhofstraße: 47.269060, 11.343566
Verlängerung Richtung Völs: 47.261539, 11.327055
Verlängerung Richtung Rum: 47.275065, 11.449771

Schnellübersicht – darum geht es auf dieser Seite: Aktuelle Situation und Details der Umsetzung des Regionalbahn-Konzeptes im Großraum Innsbruck | Historische Entwicklung der Idee Regionalbahn Telfs-Innsbruck-Jenbach

Komplexe Materie erklärt: Die Regionalbahn im Tiroler Zentralraum

Der Gemeinderat der Stadt Innsbruck stellte am 13. Dezember 2012 mit einem Beschluss die Weichen für den endgültigen Ausbau der Regional- bzw. Straßenbahn in Innsbruck. Die heutige Buslinie O wird im Endausbau ab 2018 durch eine Straßenbahn ersetzt und Innsbruck vom äußersten Westen bis in den äußersten Osten durchqueren. Bis 2020 ist die Regionalbahn-Anbindung an Völs bzw. Rum und in weiterer Folge Hall in Tirol geplant. Angedacht ist eine weitere Verlängerung der Regionalbahn nach Telfs bzw. Wattens. Studien des heutigen Regionalbahnkonzepts wurden bereits in den 1980er-Jahren durchgeführt. Zauberfuchs hat einen Blick in die Vergangenheit und auch in die Zukunft geworfen.

Lesedauer   Lesedauer – für diesen Text benötigt ein durchschnittlicher Leser 4:25 Minuten  (Erklärung hier)

Aktuelle Situation in Innsbruck: Das Fahrgastaufkommen für den öffentlichen Verkehr steigt laufend. Laut Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB) wird bis Jahresende 2013 mit knapp 45 Millionen beförderten Fahrgästen im Stadtgebiet von Innsbruck gerechnet (eine Steigerung von rund sechs Prozent im Vergleich zu 2012). Der Vorteil der Straßenbahn liegt in der höheren Beförderungskapazität. „Eine Bahngarnitur hat eine um 30 Prozent höhere Kapazität gegenüber den heute eingesetzten Gelenksbussen“, erkärt IVB-Chef Martin Baltes. Des weiteren wird von der IVB zusammengefasst: Mit täglich rund 33.000 Fahrgästen im Jahr 2011 zählt die Linie O zu den am stärksten frequentierten Buslinien Österreichs. In einer Straßenbahn finden 160 Fahrgäste Platz, was 50 Personen mehr entspricht als in einem Gelenkbus. Als Doppelgarnitur kann die Straßenbahn sogar 320 Gäste transportieren. Damit sind die Vorteile der Straßenbahnvariante klar aufgezeigt. Allerdings hat die Umrüstung einen Preis. Die Kosten aller Neu- und Umbauten im Innsbrucker Stadtgebiet zwischen Hötting West und Olympischem Dorf belaufen sich laut IVB bis 2020 auf 371,75 Millionen Euro. Der vom Innsbrucker Gemeinderat 2012 genehmigte Ausbau teilt sich in mehrere Etappen auf: Etappe 1 ist der Westast vom Sillpark bis zur Endhaltestelle Technik West; Etappe 2 ist der Ostast vom Sillpark ins Olympische Dorf; Etappen 3 und 4 sind die Verlängerungen nach Völs und Rum. Weitere Etappen könnten Verlängerungen nach Hall in Tirol und in weiterer Folge Mils bzw. nach Zirl sein. Die ursprüngliche Regionalbahn-Idee umfasste die Strecke Telfs-Innsbruck-Jenbach (mehr dazu später).

Regionalbahn- und Tram-Projekt: Die Regionalbahn im Tiroler Zentralraum besteht aus zwei Teilen. Teil 1 (offiziell Tram-Projekt genannt) betrifft den Ausbau des innerstädtischen Bereiches zwischen Hötting West und dem Olympischen Dorf. Dieser Teil wird zu einem Drittel vom Land Tirol und zu zwei Drittel von der Stadt Innsbruck finanziert. Teil 2 (offiziell Regionalbahn-Projekt genannt) betrifft die Verlängerung der Straßenbahnlinie in den außerstädtischen Bereich nach Völs und nach Rum. Die Finanzierung dieses Teils wird zu 100 Prozent vom Land Tirol getragen. Dies wurde Ende 2007 durch einen Umsetzungsbeschluss der Tiroler Landesregierung zur Trasse Völs-Innsbruck und Rum-Innsbruck sowie durch einen Grundsatzbeschluss durch Stadtsenat und Gemeinderat Innsbruck für den Stadtbereich abgesegnet. Zusätzlich zu den 32 derzeit im Einsatz befindlichen Straßenbahn-Garnituren der IVB ergibt sich aus dem Ausbau ein Zusatzbedarf von zehn Garnituren für den innerstädtischen Bereich und weiteren zwölf Garnituren für die Regionalbahn-Abschnitte von Hötting-West in Innsbruck nach Völs bzw. vom Innsbrucker Olympischen Dorf nach Rum. Eingespart können nach Umsetzung des Projekts von der IVB dafür im Gegenzug 17 der aktiv in Betrieb befindlichen Gelenkbusse.

Historische Entwicklung: Bereits im Jahr 1836 wurde über eine Straßenbahn-Verbindung zwischen Innsbruck und Hall in Tirol nachgedacht. 1989 wurde die Gesellschaft „Localbahn Innsbruck–Hall in Tirol“ gegründet, der Vorläufer der IVB. 1891 wurde der Fahrbetrieb zwischen Wilten über den Innsbrucker Rennweg, die Hallerstraße nach Rum und Hall in Tirol aufgenommen. 1900 folgte die Lokalbahn nach Igls, 1904 jene ins Stubaital. Die beiden ersteren waren dampfbetriebene Bahnen, die letztere elektrisch. 1905 folgten die ersten innerstädtischen Straßenbahnen. Die Straßenbahnlinie 4 nach Hall in Tirol (siehe Bild rechts aus den späten 1960er-Jahren) wurde 1974 eingestellt.

Anfänge der Regionalbahn-Idee: Erste Studien zur heute in Umsetzung befindlichen Regionalbahn wurden in den 1980er-Jahren in der Verkehrsplanungsabteilung des Landes Tirol durchgeführt. Damals wurde eine Lokalbahn angedacht, die im Endausbau eine Streckenlänge von rund 70 Kilometern haben sollte und Telfs über Innsbruck mit Jenbach (Anschluss an Zillertal- und Achenseebahn) verbinden sollte. Dieses Konzept verschwand allerdings wieder in der Schublade. Von dort tauchte es dann 2002 wieder auf. Landeshauptmann Wendelin Weingartner leitete die Wiederaufnahme der Studien-Phase ein. Wichtig: Zu unterscheiden ist dabei das Regionalbahn-Konzept und das S-Bahn-Konzept. Die Bezeichnung Regionalbahn bezieht sich auf die Straßenbahnvariante, die S-Bahn ist die Variante auf bestehender ÖBB-Infrastruktur. Zeitgleich mit der Initiative in der Tiroler Landesregierung fiel in der Stadt Innsbruck die Entscheidung, den elektrischen O-Bus-Betrieb einzustellen und das Straßenbahnnetz auszubauen. Seit 2005 werden die Initiativen von Land und Stadt koordiniert geführt.

Heutiger Stand, zukünftige Verlängerungen: Die Regionalbahn von Völs bis Rum wird bis 2020 gebaut. Endstation in Völs bzw. Rum ist die jeweilige S-Bahn-Station der zwei Gemeinden. In weiterer Folge ist angedacht (Beschlüsse noch ausständig), den Ostast von Rum nach Hall in Tirol zu verlängern. Die Streckenführung soll ab Rum zuerst auf der Trasse der einstigen Linie 4 aus den Jahren 1891 bis 1974 erfolgen, in weiterer Folge ist allerdings geplant, das Haller Stadtzentrum an der Nordseite zu umfahren. Die Endstation ist beim Bezirkskrankenhaus Hall in Tirol vorgesehen. Zusätzliche Erweiterungen Richtung Westen ab Völs und Osten ab Hall in Tirol wurden vorerst offen gelassen. Ob es daher zu einer Lokalbahn laut den ursprünglichen Studien bis Telfs bzw. Jenbach kommt, steht in den Sternen. Verlängerungen von Völs nach Zirl bzw. Hall in Tirol nach Mils haben aber eine realistische Chance auf Verwirklichung. Allerdings erst nach 2020.

Es recherchierte  Manfred Schiechtl

„Eine Bahngarnitur hat eine um 30 Prozent höhere Kapazität gegenüber den heute eingesetzten Gelenksbussen.“
Martin Baltes, IVB-Chef
Hintergrund Regionalbahn
Hintergrund Regionalbahn
FAKTEN ZUM AUSBAU IN INNSBRUCK
punktierte Linie
  • Daten städtischer Ausbau: Streckenlänge Neubau Stadtgebiet: 11,92 Kilometer; bereits fertiggestellt (Herbst 2013): 3,37 Kilometer; Neubau bis Völs: 1,83 Kilometer; Neubau bis Rum: 1,33 Kilometer; aktueller Bestand Linie 1 und 3: 9 Kilometer; Investitionsvolumen innerstädtisch sind 371,75 Millionen Euro.
  • Streckenverlauf städtischer Ausbau: Im Endausbau von Völs über Hötting West, Höttinger Au, Wilten, Pradl, Reichenau, Olympisches Dorf nach Rum über Technikerstraße (plus Zweig Viktor-Franz-Hess-Straße, Karl-Innerebner-Straße, Peerhofstraße), Kranebitter Allee, Höttinger Au, Blasius-Hueber-Straße, Anichstraße, Maria-Theresien-Straße, Salurnerstraße, Südtiroler Platz, Bruneckerstraße, Amraser-Straße, Leipziger Platz, Defreggerstraße, Langstraße, Pembaurstraße, Reichenauerstraße, Grenobler Brücke, Schützenstraße, Josef-Kerschbaumer-Straße.
Fotos: IVB, Schima