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punktierte Linie

The day
after

Von Nikoletta Zambelis | Die Würfel sind gefallen, das Ergebnis war knapper, als es sich sowohl die beiden Präsidentschafts-Kandidaten als auch ihre jeweilige Anhängerschaft in ihren schlimmsten Albträumen erwartet hätten.

Und mir bleibt die Frage: Wie wollen wir denn nun miteinander umgehen, jene, die den einen, und jene, die den anderen favorisiert haben?

Die Gräben die sich durch diesen Wahlkampf, genau genommen durch seine Verlängerung zwischen Freunden, Familienmitgliedern und Firmenkollegen aufgetan haben, müssen nun wieder geschlossen werden, wollen wir als Gesellschaft nicht auseinander fallen. Oder kommt dieser Appell ohnehin schon zu spät, und Österreich ist inzwischen irreparabel zweigeteilt? Die Vorstellung dass während der nächsten Tage und Wochen enttäuschte Van der Bellen-Wähler auf triumphierende Hofer-Fans losgehen, erschreckt mich ebenso, wie mich die Fantasie darüber, was ernüchterte Blau-Wähler mit grinsenden Grün-Wählern anstellen könnten, zu diesem Blick in den Zauberspiegel motiviert: Die Fortführung eines Stellvertreterkrieges emotional hochmobilisierter Mitmenschen würde am

Meinung

Ergebnis einer Schlacht die bereits geschlagen ist, nichts mehr verändern.

Kein gegenseitiges in Grund-und-Boden-Argumentieren, keine brüllende Gasthausdebatte, ja nicht einmal das Argument, die anderen seien völlig deppert, wird heute das Ergebnis mehr verändern können. Die Verlängerung des ATV-Duells auf Bürgerinnenebene, weitere Schmutzkübelpostings im www oder die „Das hätte ich dir gleich sagen können“-Propheten, werden nur dazu führen, dass die Gräben zwischen der einen und der anderen (Reichs-)Hälfte tiefer werden, verhärten und sich letztlich nicht mehr schließen lassen. Das, und nur das können wir am Tag nach der Wahl noch verändern.

Noch nähre ich die Hoffnung, dass wir das schaffen können, beweisen müssen wir alles aber am day after the day after the day after…