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(Unternehmens-)
Kompetenz

Von Nikoletta Zambelis | Wo bleibt eigentlich die Flexibilität der Arbeitgeber?

Schlechtes Arbeitsklima und mangelnde Organisation zählen nach einer aktuellen Studie zu den Top-Stressfaktoren am Arbeitsplatz. Beides macht deutlich, dass sich die Erwartungshaltungen an einen Arbeitsplatz verändert haben. Waren einst das Gehalt, dessen pünktliche Auszahlung und die Sicherheit im Betrieb die Bedürfnisse, für die unsere Vorfahren auf die Straße zogen, so richtet sich heute das Augenmerk zusätzlich auf die sozialen Fähigkeiten eines Unternehmens. Überraschenderweise wird dies von vielen Firmenchefs und Führungskräften nachhaltig ignoriert oder durch Alibihandlungen, wie der Einrichtung eines Fitnessraumes, kompensiert. Wohl mehr aus Versehen als aus echter Überzeugung, unterstützt das Arbeitsinspektorat diese Haltung, indem es sich eher auf ungesicherte Kabel, fehlende Garderobenspinde und

Meinung

Bildschirmschoner konzentriert.

Doch ebenso, wie sich Erwartungen an Mitarbeiter geändert haben, was der Grund für das gestiegene Bedürfnis nach sozialer Unternehmenskompetenz sein dürfte, müssten sich eben auch Führungskräfte und Firmenchefs den neuen Anforderungen stellen. Wer von seinen Angestellten die ständige Bereitschaft für Veränderung, Weiterbildung, Flexibilität und Überstunden erwartet, sollte nicht davon ausgehen, dass das mit der monatlichen Überweisung des Gehaltes abgegolten ist. Wenn sich Mitarbeiter heute über schlechtes Arbeitsklima oder fehlende Organisation beklagen, so ist das ein deutlicher Appell an die soziale Kompetenz ihrer Führung, die an dieser Stelle ihre eigene Bereitschaft zu Veränderung und Weiterbildung unter Beweis stellen sollte.