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Es ist einfach kein Geld mehr da

Von Nikoletta Zambelis | Überraschende Pleiten oder wie komplex sind Einnahmen und Ausgaben?

Immer wieder überraschen uns Nachrichten von Pleiten – angsteinflößend und erschreckend. Dabei ist es weniger die jeweilige Pleite an sich, die mich so schreckt, sondern vielmehrt der Umstand, dass das Ende von Geld, Vermögen und Liquidität so plötzlich und von allen unbemerkt über Firmen und Organisationen hereinbrechen kann.

In ausführlichen Berichten werden zwar im Rückblick die Komplexität der Situation, die noch unklaren Hintergründe und die noch abzuwartenden Prognosen ins Treffen geführt. Doch irgendeine Instanz muss doch auch schon im Vorausblick hoffentlich einmal in die Kasse geblickt und laut und vernehmlich gerufen haben: „Hier ist bald kein Geld mehr drin?“ Denn genau das ist das Wesen einer Pleite – es ist einfach kein Geld mehr da.

Die Komplexität dieses Umstandes ist selbst mir als Autodidaktin in Wirtschaftsangelegenheiten

Meinung

gerade noch begreiflich. Und wie es zu leeren Geldkassetten kommen kann, stellt sich unterm Strich auch recht simpel dar: Es kommt weniger Geld herein als hinaus fließt. Oder, um der Komplexität alle Ehre zu erwiesen: Die Einnahmen bleiben hinter den Erwartungen zurück. In aller Regel ist das jedoch ein Prozess (der schwerlich unbemerkt bleiben kann), und nur in ganz seltenen Fällen ein Ereignis, das plötzlich und überraschend eintritt.

Wenn angesichts dessen jedoch von einer überraschenden Pleite gesprochen wird, kann es dafür fast nur eine Erklärung geben: Man glaubt, wider besseres Wissen, getragen und bestärkt von der Komplexität der eigenen Finanzlage an das Wunder der unerwarteten Geldvermehrung.

Dass dieses Wunder jedoch so gut wie nie eintritt, ist doch der eigentliche Kern der Überraschung.