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punktierte Linie

Die bewegte Stadt der IVB

Von Nikoletta Zambelis | Innsbrucker Verkehrsbetriebe – jede Rückmeldung erhält ein Achselzucken.

Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe haben sich dem Motto verschrieben „Wir bewegen die Stadt“. Nicht vielen Unternehmen gelingt es in so durchgängiger und konsequenter Weise, ihrem Leitspruch getreu zu handeln.

So bietet man zum Beispiel die baustellen- und verkehrsdichtebedingten Intervallabweichung an. Wie kaum eine andere Methode begünstigt diese langsames oder ausgefallenes Bewegen von A nach B. Als Zusatznutzen, auf den allerdings kein Anspruch besteht, wird auch manchmal die Unterbrechung einer Non-Stopp-Verbindung ausgerufen. Hier darf man sich als Fahrgast, mit all seinen Taschen unerwarteterweise aus dem Fahrzeug bewegen, um, wetterunabhängig, an der Haltestelle im Kreis zu gehen (auch hier bleibt man in Bewegung), bis das nächste rote Fahrzeug zu erscheinen geruht.

Erdbewegungen oder behindernde Bewegungen anderer Verkehrsteilnehmer werden hier zum Wohle des Mottos unter großem Aufwand planerisch

Meinung

außer Acht gelassen.

Wer davon noch nicht restlos überzeugt ist, wird mit dem Wegfall von Haltestellen oder dem Ausdünnen von Abendverbindungen beeindruckt. Zur derart erzwungenen Bewegung der Füße bewegt sich nun auch das Gemüt. „Wie kann es sein, dass manche Stadteile mehrfach angebunden sind, und andere das Nachsehen haben? Wer entscheidet darüber, dass betagte MitbürgerInnen lange Fußmärsche auf sich nehmen müssen, und andere eine Straßenbahnanbindung verhindern können?“, fragt man sich da bewegt.

So bewegt man sich dann als verantwortungsbewusster und mündiger Konsument in die Zentrale des Geschehens, gibt Rückmeldungen oder stellt bewegte Anfragen.

Sie sehen schon, der rote Wagen der Bewegung zieht sich konsequent durch. Sogar im Unternehmen selber hält man sich strikt daran: Jede Rückmeldung erhält ein Achselzucken.