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punktierte Linie

Der Fuchs, der Socken, das Budget

Von Nikoletta Zambelis | Ein Fuchsloch ist kein Loch in einem Fuchs. Und ein Budgetloch?

Von den Erfindern des Begriffes „Budgetloch“ vermutlich völlig unbeabsichtigt, beinhaltet das Wort doch eine so tiefe Wahrheit, dass diese sie sich nicht mehr nur als Loch, sondern schon als Krater darstellt. Sie erschließt sich jedoch erst nach einem kurzen Abstecher in einen anderen Lebensraum.

Mit Fuchsloch (Umgangssprache für Fuchsbau) ist natürlich kein Loch in einem bedauernswerten Fuchs gemeint, sondern ein Loch, in dem der Fuchs verschwindet. Demnach ist ein Budgetloch auch nicht ein Loch im Budget, wie man uns glauben machen will, sondern jenes Loch, in dem das ganze Budget (gehobene Sprache für Geld) verschwindet.

Sie meinen, dass ich hier nun ein bisschen pingelig

Meinung

bin? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Lassen Sie uns den Gedanken doch noch ein bisschen weiter spinnen: Ein Loch im Socken kann man stopfen. Ein Loch, in dem der Socken verschwindet, verschluckt das gute Stück auf Nimmerwiedersehen. Weg sind sie, der Fuchs, der Socken – und im Budgetloch auch das Geld.

Wie es so weit kommen konnte und wie man jetzt gedenkt, damit umzugehen, wird noch Gegenstand von zahlreichen Verhandlungen, Beschuldigungen und auch Maßnahmenpakete sein. Doch sie alle werden ins Leere gehen, wenn man meint, man müsse ja nur das Loch im Budget stopfen. Weit gefehlt: Es gilt, endlich das Loch zu stopfen, in dem seit Jahren unser Geld auf Nimmerwiedersehen verschwindet.