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In Brüssel passiert eh nichts?
Falsch gedacht!

Von Karin Lukas-Eder | Lange haben Sie nichts von mir gelesen und denken wahrscheinlich, in Brüssel passiert eh nichts. Falsch gedacht.

Die belgischen Kuriositäten nehmen nach wie vor ihren Lauf. Apropos Lauf: Nun war es wieder soweit – 40.000 begeisterte Läufer quälten sich bei den „20 Kilometer von Brüssel“ durch die ganze Stadt. Der König (als Prinz ist er jedes Jahr selbst noch mitgelaufen) sowie der Bürgermeister gaben den Startschuss, dann begann das Volksfest. Da sind einerseits die Läufer (inklusive mir) und andererseits die noch viel mehr engagierten Zuschauer, die neben der Laufstrecke Zelte aufbauen und ihr Picknick mit ausreichend belgischem Bier abhalten und die vorbeikommenden, schwitzenden Menschen anfeuern mit: Komm schon, sind nur noch zehn Kilometer!

Die 20 Kilometer waren aber weniger spektakulär als der Umzug in mein neues Büro sowie die Geschichten, die tausende Fluggäste Ende Mai erlebt haben.

27. Mai: Um 8 Uhr das Haus verlassen, Abflug nach Wien mit Austrian Airlines sollte um 10:10 Uhr sein. Nix mit Abflug. Stromausfall bei der Flugkontrolle Belgacontrol. Es wurde ein erlebnisreicher Tag. Ich habe viele nette Leute am Flughafen kennen gelernt, und auch weniger nette. Vor allem aber leider wenig kompetentes Flughafenpersonal. Lange konnte man den Fluggästen nicht sagen, was überhaupt passiert ist und passieren wird. Mehrmals Schlange stehen, um an irgendwelche Informationen zu gelangen. Na wenigstens dann Essensgutschein ergattert. Mittlerweile 15 Uhr. Man wird zu einem anderen Gate geschickt, also keine Zeit zum Essen. Fluggäste irren herum, immer mit dem Blick auf die Monitore mit den Flugabflugzeiten, wo es blickt: Canceled! Hatte dann Glück im Unglück und bin doch noch „abgehoben“. Um 19 Uhr in Wien angekommen (wo ich doch erst um 8 Uhr in Brüssel das Haus verlassen hatte …), sehr müde vom Nichtstun den ganzen Tag. Und dann eine SMS von einer Freundin: „Hier am Brüsseler

Meinung

Flughafen werden gerade 200 Betten aufgestellt.“ Uff, na gut dass ich nicht noch dort bin. Ich muss ja wirklich nicht überall dabei sein.

Am nächsten Tag in der Zeitung dann die „Aufklärung“ zu meinem Tag am Flughafen. Hurra – ich durfte (ungewollt!) an einer Notfallübung der Belgacontrol teilnehmen. Die ging allerdings gründlich schief. Schön blöd, wenn das Notfallaggregat für die Stromversorgung im Testfall nicht funktioniert. Hat ja nur ein paar Flüge und ganz, ganz wenige Flugpassagiere betroffen… So macht man das bei uns in Belgien.

Liebe Leserinnen und Leser, ich bin ganz stolz auf mein neues Büro. Mittlerweile (klopfe drei Mal auf Holz) funktioniert auch alles. Meine Handwerkerkolumne hat Ihnen allen so gut gefallen. Deshalb werde ich diese jetzt mit einer weiteren kleinen Geschichte ergänzen. Vor dem Einzug ins Büro wurden alle Kabel und Leitungen überprüft. Alles perfekt. Die Renovierungsarbeiten begannen. Schaute alles super aus. Dann der Einzug. Der Computerspezialist kam, um alle elektronischen Geräte anzuschließen. Aber was ist das? Keine Verbindungen. Man geht der Sache auf den Grund und findet die Ursache auch sehr bald. Die mühsam verlegten und vorbereiteten Kabel (25 Stück) waren allesamt fein säuberlich durchgeschnitten. Nach Rückfrage bei der Elektrik-Renovierungsfirma klärte sich alles auf: Diese Kabel waren bei der Verlegung von anderen Kabeln im Weg und man hat gedacht, diese würde eh nicht mehr gebraucht und deshalb hat man sie durchgeschnitten und weggeräumt. Vielen Dank auch.

Dennoch hatte ich noch Glück! Weil bei meinem Nachbarn hier im Gebäude ist das auch passiert. Nur da hat die Elektrikfirma die „alten“ Kabel auch noch „mitgehen“ lassen. Sie sehen, man muss immer das Positive sehen. In diesem Sinne: Herzliche Grüße aus Belgien.