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punktierte Linie

Eine Stadt mit
19 Bürgermeistern

Von Karin Lukas-Eder | Heute geht es um
eine Frage: Was verbinden Sie mit dem Wort „Brüssel“?

Beginnen möchte ich meinen ersten Kommentar mit einer Frage an Sie! Was verbinden Sie mit dem Wort „Brüssel“? Seien Sie ehrlich: Denken Sie da sofort an die Haupt- und Residenzstadt des Königreich Belgien? An den neuen König Philippe? An den Streit zwischen Flamen und Wallonen? An den Künstler Magritte? An die Komikfiguren Tim und Struppi? Oder doch eher an Europäische Union und „was die EU mit uns Tirolern (Österreichern) macht“?

Habe ich viele von Ihnen durchschaut? Natürlich ist Brüssel der Sitz vieler Europäischer Institutionen und deshalb zu Recht zuerst mit der Europäischen Union in Verbindung zu bringen. Und sie ist Sitz der Organisation des Nordatlantikvertrages (NATO). Nichts anderes kommunizieren uns die Medien. Aber es ist auch eine Hauptstadt mit vielen Facetten.

Brüssel zählt rund 170.000 Einwohner und ist unterteilt in 19 Gemeinden. Jede Gemeinde hat einen eigenen (!) Bürgermeister und eine eigene Verwaltung. So hört der Straßenkehrer der Gemeinde Brüssel-Stadt an einer Ecke auf, dort wo dann der Straßenkehrer der Gemeinde Brüssel-St. Josse zu kehren beginnt. Interessant, nicht? In welch einer anderen Stadt wäre dies vorstellbar? Das Gebiet rund um Brüssel bezeichnet man als Region Brüssel-Hauptstadt. Sie ist eine der drei

Meinung

großen Regionen Belgiens und zählt rund eine Million Einwohner.

Seit 18 Jahren lebe ich in dieser interessanten Stadt. Und ich habe miterlebt, wie sie sich verändert hat. Zum Positiven möchte ich bemerken. Als ich hier angekommen bin, haben mich viele Dinge vor den Kopf gestoßen. So war in Österreich die Mülltrennung schon lange eingeführt, da hat man hier noch davon geträumt. Mittlerweile gibt es sie auch hier (wenn auch nicht so perfekt wie in anderen Ländern).

Inzwischen habe ich diese europäische, internationale, aber auch hin und wieder eigenartige, auch gewöhnungsbedürftige Stadt kennen und lieben gelernt. Hier arbeite ich. Hier leben meine Freunde. Mein Sohn ist hier geboren. Er geht in eine französische Vorschule. Hier engagiere ich mich. Hier habe ich meinen Lebensmittelpunkt.

Mit meiner Kolumne möchte ich Ihnen die Stadt, in der ich lebe, etwas näher bringen. Geschichten aus und von der Stadt, von aktuellen Ereignissen, von der Österreichischen Vereinigung und deren Aktivitäten sowie „Schmankerln“ aus meinem Leben und dem Gesellschaftsleben rund um die Europäischen Union. Ich hoffe, Sie haben Lust darauf.