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punktierte Linie

Batteriebetriebene Kopfwehtablette

Von Manfred Schiechtl | Wer will in der heutigen Zeit noch schnöde Tabletten schlucken?

Also das hat mich neugierig gemacht. Nämlich dieser Text aus einer Presseaussendung: „Das medizinische Gerät Cefaly beugt häufigen Migräneattacken durch elektrische Nervenstimulation vor. Das Gerät soll in erster Linie eine Alternative zur regelmäßigen Medikamenteneinnahme darstellen.“ Aha – die analoge Kopfschmerztablette ist also mittlerweile Steinzeit, ab jetzt nehmen Mann und Frau von Welt ein digitales Kopfschmerzdevice zur Schmerzbekämpfung. Ich bin beeindruckt. Allerdings nur so lange, bis ich das erste Bild des elektronischen Kopfschmerzkillers zu sehen bekomme (hier zu finden).

Cefaly ist batteriebetrieben und erinnert optisch an ein Stirnband einer Prinzessin aus einer fernen Galaxis in Science-Fiction-Filmen wie Star Wars oder Star Trek. In der Stirnmitte befindet sich ein Neurostimulator, mit dem die elektrische Spannung aufgebaut wird. Dadurch soll der Trigeminusnerv, der größte unter den Hirnnerven, laut Beschreibung stimuliert werden. Und den Kopfschmerz besiegen.

Meinung

Hmmm – erinnert nicht nur optisch an Science Fiction.

Ich bin jedenfalls schon einmal gespannt, wie oft mir Menschen auf Tirols Straßen mit dieser digitalen Kopfschmerztablette auf der Stirn begegnen werden. Oder werden sie – abseits der Faschingszeit – schnell aufgrund des Verdachts von anderen Symptomen von der Polizei eingesammelt und der spektakuläre Anblick wird mir auf ewig verwehrt bleiben?

Und dann habe ich schlagartig Kopfschmerzen bekommen – als ich den Preis für das medizinische Gadget gesehen habe: Beinahe 300 Euro. In Ermangelung eines eigenen Cefaly habe ich flugs eine zuletzt erstandene analoge Kopfschmerztablette der Marke Adolomed eingeworfen. Packungspreis (30 Stück) 6,30 Euro. Also pro Tablette 21 Cent. Hat sofort geholfen. Erkenntnis: Alleine die Batterien des digitalen Kopfschmerzkillers kosten wohl mehr als so eine gute, alte Tablette.