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Teures Auto, kreatives Sparen

Von Manfred Schiechtl | Kein Scherz – von Politikern kann man Sparen lernen…

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber gegen Jahresende beschäftigt mich – wahrscheinlich deprimiert von vielen derartigen Fernsehformaten – ein persönlicher Jahresrückblick am allerwenigsten. Ich schätze da viel mehr die Rubrik Jahresvorschau 2014. Dazu gehört auch, dass ich mir einen kleinen Überblick von der Ausgabenseite meines Kontos verschaffe. Ganz speziell im Fokus sind dabei alljährlich die vielen Versicherungen (ob die alle wirklich nötig sind?). Und alljährlich ändere ich – nichts. Dennoch interessant, wenn man dabei liest, dass beispielsweise eine Autoversicherung inklusive Kfz-Steuer in meinem Fall pro Monat satte 126,93 Euro ausmacht. Das sind immerhin 1523,16 Euro im Jahr. Da kommt man dann schon kurz ins Grübeln, ob einem da nicht eine Sparidee kommt. Sie kommt natürlich nicht.

Wie es der Zufall so will, fesselte mich just in diesem Augenblick eine Nachrichtenmeldung zu exakt diesem Thema aus Griechenland. Eigentlich zählen Politiker für mich erfahrungsgemäß nicht zu den kreativen Menschen, doch was ich da las, rang mir dann doch Bewunderung ab. Naja, die Kreativität der Sparidee betreffend, vielleicht noch die Kaltschnäuzigkeit, allerdings nicht die Rechtmäßigkeit. Und – wo lernt man kreatives Sparen? Anscheinend in der Politik.

Meinung

Bei einer routinemäßigen Verkehrskontrolle in Athen hatten Polizisten ein erstaunliches Erlebnis. Es überraschte sie dabei weniger, dass sie den ehemaligen Verkehrsminister Michalis Liapis angehalten hatten. Allerdings, dass dieser gefälschte Nummernschilder an seinem exquisiten Geländefahrzeug montiert hatte. Das Fahrzeug war außerdem nicht versichert und einen Führerschein führte der Politiker auch nicht mit. Wozu auch, wenn man nicht damit rechnet, kontrolliert zu werden.

Das aller erstaunlichste war dann aber die Erklärung für all diese Maßnahmen. Die Polizei teilte mit, Liapis habe die Nummernschilder abgegeben und den Wagen abgemeldet, um künftig keine Steuern mehr zahlen zu müssen. Um eine etwaige Kontrolle zu vermeiden hatte er dann gefälschte Nummernschilder montiert. Also schlicht und ergreifend eine kreative Sparmaßnahme. Jetzt ist mir nicht bekannt, was sich der ehemalige Verkehrsminister bis heute mit diesem Trick gespart hat, doch der Effekt dürfte gegen Null gehen. Ihm droht nun eine Geldstrafe von bis zu 15.000 Euro. Und das hätte der Politiker wissen müssen – wenn es um Kreativität beim Geldeinnehmen geht, dann ist der Staat am kreativsten. Und sei es nur in Form von banalen Geldstrafen.