Werbewirksam: Die „Marke Tirol“ zog auch schon im Jahre 1887

Erstaunliches, Spannendes, Kurioses und Berührendes findet man in alten Zeitungen. Für Zauberfuchs blättert der Historiker Stefan Dietrich in den Gazetten längst vergangener Tage.

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Es gibt Studien, die behaupten, dass der Name „Tirol“ weltweit bekannter ist als „Österreich“. Jedenfalls hat die „Marke Tirol“ eine riesige Werbewirkung. Sie weckt Emotionen und steht für Natürlichkeit, Ursprünglichkeit, Echtheit und viele andere positive Eigenschaften. Und das schon seit langer Zeit. Das beweist diese Anzeige vom 13. Februar 1887 in den damals in ganz Deutschland viel gelesenen „Fliegenden Blättern“.

Im Anzeigenteil dieser Ausgabe bot das Tiroler Specialitäten- und Lodengeschäft Witting in Innsbruck zünftige Lodenbekleidung an. Alles Stücke, auf die der elegante Städter bei seiner Sommerfrische im Gebirge unmöglich verzichten konnte!

Highlight in dem nach heutigen Werbungsmaßstäben ungewöhnlich wortreichen Inserat sind „Naturwasserdichte Tiroler Gebirgs-Loden-Joppen nach Tiroler Schnitt“, die zusammen mit dem Bild eines schmucken Jägers angeboten werden. Außerdem gibt es „Tiroler Wettermäntel“ und „Tiroler Wildschützenhüte“ in verschiedenen Ausführungen. Gamsbart, Wildfedern und Edelweiß als Hutschmuck werden nach Wunsch mitgeliefert.

Und schließlich informiert die Anzeige noch, dass „alle Artikel für Touristen und Jäger“ vorhanden sind, und zwar: „Ruck-Säcke, Tiroler Leibgurten, Eispickel, Steig-Eisen, wasserdichte Schneestrümpfe und Loden-Gamaschen, Bergstöcke, Jagdmesser (Knicker), Holztabakpfeifen, Feldflaschen, Schneereife, grob genähte Bergschuhe, Gletscher-Seile ec. ec.“

Herz, was willst du mehr?

Aus Uropas Zeitung

Der Name „Tirol“ kommt im gesamten Text mehr als ein halbes Dutzend Mal vor, so dass am Ende ist kein Zweifel möglich ist: Dieser Name steht für Qualität!

Faksimile-Artikel: „Fliegende Blätter“ (13. Februar 1887)