Ur-Opas Zeitung Episode 007

Ein Bilderrätsel aus dem Jahre 1930: Arbeitslose sorgen für Erheiterung

Erstaunliches, Spannendes, Kurioses und Berührendes findet man in alten Zeitungen. Für Zauberfuchs blättert der Historiker Stefan Dietrich in den Gazetten längst vergangener Tage.

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Davon, dass sich die Vorstellung von Humor und Unterhaltung früherer Jahrzehnte nicht immer mit dem deckt, was wir darunter verstehen, war in der Reihe „Uropas Zeitung“ schon öfter die Rede.
Vieles, was man damals für originell hielt, empfinden wir heute eher als peinlich.

Ein Beispiel dafür ist dieses Bilderrätsel aus der Beilage „Der Welt-Guck“ im biederen katholischen Wochenblättchen „Tiroler Volksbote“ vom 15. Jänner 1930.

Nach dem Börsenkrach am „Schwarzen Freitag“ des Jahres 1929 begann die große Wirtschaftskrise der Zwischenkriegszeit damals gerade um sich zu greifen. Ihr auffälligster

Ausdruck war jene Massenarbeitslosigkeit, die, wie wir heute wissen, radikalen politischen Strömungen den Weg an die Macht ebnete.

Dass in dieser Situation jemand auf die Idee kam, eine traurigen Alltagserscheinung, nämlich im Arbeitsamt Schlage stehenden Menschen, als Thema für ein Bilderrätsel zu wählen und nach den dargestellten Berufen zu fragen, erscheint heute mehr als befremdlich.

„Die Antwort ist nicht schwer, dennoch heißt es überlegen“, wird angemerkt. Der Zeichner und die Redakteure, die das seltsame „Werk“ ins Blatt gestellt haben, scheinen sich allerdings nicht allzu viel überlegt zu haben…

Faksimile-Artikel: Tiroler Volksbote (15. Jänner 1930)