Alternative Topfpflanzenhaltung

Schnellübersicht – darum geht es auf dieser Seite: Topfpflanzensysteme auf Granulatbasis | Vorteile gegenüber Erdhaltung und Hydrokultur | So funktioniert es bei Lechuza | So funktioniert es bei Seramis | Funktionsweise von Pflanzgranulaten

Lechuza und Seramis: Ein wahres Schlaraffenland für die Topfpflanzen

Seine Pflanzen auf Hydrokultur umzustellen, ist vielen zu anstrengend. Auch wenn es der Pflanze pflegetechnisch Freude bereiten würde. Erde hat andere Schattenseiten – beispielsweise Schmutz, manchmal unschöne Optik. Aber es gibt Systeme, die die Vorteile der beiden Topfpflanzenwelten verbinden: Ein nährstoffreiches Schlaraffenland für Pflanzen und dabei wenig Arbeit für den betreuenden Menschen. Zudem kann man bei Düngen und Giessen auch kaum noch etwas falsch machen. Ein Vergleich der Pflanzsysteme Lechuza und Seramis.

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Das Grundprinzip ist ähnlich. Sowohl bei Lechuza als auch bei Seramis kann man die Erde bis auf einen Rest, in dem der Wurzelballen eingebettet ist, entfernen und durch ein besonderes Substrat ersetzen. Das Substrat besteht entweder aus Lava- (Lechuza) oder aus Tonkörnchen (Seramis). Bei beiden Systemen wird das Gießwasser mit einem Volldünger versetzt ausgebracht. Durch die Saugkraft der Substrate wird das Wasser dann vom Topfboden von Körnchen zu Körnchen wie im Fahrstuhl nach oben zu den Wurzeln gesaugt und der Pflanze wohl dosiert zur Verfügung gestellt. Die Substratkörnchen speichern das Wasser. Damit ist gewährleistet, dass der Pflanze immer ausreichend (und nicht zuviel) Flüssigkeit zur Verfügung steht (und somit auch die nötigen Nährstoffe). Bei beiden Systemen gibt es Flüssigkeitsanzeiger – somit kommt es nie mehr zum Rätselraten, ob nun gegossen werden soll, oder nicht. Damit gehören Gießfehler der Vergangenheit an. Weiterer Vorteil: Bei Töpfen mit Wasserdepot reduziert sich auch die Häufigkeit, in der gegossen werden muss. Ausgetrocknete Pflanzen gehören der Vergangenheit an. Für den Menschen äußerst bequem. Für die Pflanze perfekte Bedingungen.

Lechuza
LECHUZA-SYSTEM. Das Substrat wird bei Lechuza Pons genannt und besteht aus Bims, Zeolithen und Vulkangestein. Das ergibt (siehe Bild unten) auch eine hübsche Optik – wenn man die Erde komplett ersetzt. Eine weitere Möglichkeit der Anwendung von Lechuza-Pons ist es nämlich, das Substrat nur für die unterste Drainageschicht zu verwenden und im Topf selbst die Pflanze ganz herkömmlich in Erde zu betten. Geschmackssache: Beides probiert, beides funktioniert. Je nach Pflanze und Standort muss nur noch alle paar Wochen gegossen werden.

Der Grund dafür ist, dass das Lechuza-System weit über das Substrat hinausgeht. Es gehören auch spezielle Pflanzgefäße und Übertöpfe dazu, die einen Wasserspeicher integriert haben. Die Optik der Übertöpfe ist modern, wunderschön – es gibt sehr viele Alternativen. So werden nicht nur die Pflanzen zum Schmuckstück, sondern auch das Accessoires. Rundum eine perfekte Umsetzung. Töpfe in gleicher Dimension können meist auch ganz einfach gewechselt werden. Einfach Innentopf samt eingebautem Wasserstandsmesser, Substrat und Pflanze herausheben und in einen anderen Übertopf heben. Griffe sind eingebaut. Sozusagen neue Schuhe für die Pflanze. Lechuza-Töpfe können auch auf der Terrasse oder im Garten verwendet werden. Einziger Umbau: Am Boden des Topfes muss eine Schraube gelöst und dadurch ein Abfluss geschaffen werden, damit es nicht zu Staunässe durch Regen kommt. In diesem Fall funktioniert aber nur die Erdvariante mit dem Pons als Drainageschicht. Tipp: Wer es schick haben möchte, kann sich als schmückende Schicht Pons auf die Erde legen. Sorgt für ein besseres Mikroklima in der Erde.

Zur Düngung: Der Pons (Granulat) ist mit Nährstoffen angereichert, diese sollen zwölf Monate die Pflanze versorgen können. Als Dünger für das Gießwasser kann im Prinzip jeder Kunstdünger verwendet werden (beispielsweise Hydrokulturdünger), aber auch Seramis-Dünger. Tipp: Wer größere Mengen Lechuza-Pons kaufen möchte, sollte in einem Lechuza-Outlet (beispielsweise hier) in München vorbeischauen. Dort sind wiederbefüllbare und somit günstige 25-Liter-Kübel des Granulats erhältlich. Außerdem ein großes Programm an Töpfen (viele Aktionsangebote). Für die Kleinen ist ein Playmobil-Outlet angeschlossen – Lechuza und Playmobil gehören zusammen.

Seramis
SERAMIS-SYSTEM. Bei Seramis konzentriert man sich auf das Angebot von Tongranulat, Wasserstandsanzeigern und verschiedenen Spezialvolldüngern – je nach Pflanzenart, die in den Tonkörnchen wachsen soll. Außerdem gibt es ein Spezialsubstrat für Orchideen. Man kann bei Verwendung von Seramis als Erdersatz also jeden herkömmlichen Topf verwenden und muss beispielsweise schon vorhandene Behälter, wenn man bestehende Pflanzen umtopft, nicht neu kaufen. Somit fallen weniger Kosten an.

Seramis wurde übrigens Mitte der 80er Jahre erfunden, als die Forschungsabteilung des Konzerns Mars auf der Suche nach einem neuen, saugfähigen Rohstoff für Katzenstreu war. Das Tongranulat konnte nicht nur große Mengen Wasser aufnehmen, es gab diese auch je nach Umgebungsfeuchtigkeit genau so problemlos wieder ab. Für eine hygienische Katzentoilette damit ungeeignet, für Pflanzen aber das perfekte Substrat.

Foto: Zauberfuchs

2 Kommentare

  1. Bräuer 26. März 2017 bei 17:08- Antworten

    Warum muss ich draußen trotzdem Erde nehmen oder habe ich das falsch verstanden ? (In diesem Fall funktioniert aber nur die Erdvariante mit dem Pons als Drainageschicht.)

  2. Manfred Schiechtl 29. März 2017 bei 9:20- Antworten

    Das Problem bei der Freilandvariante ist Regen. Wenn der Lechuza-Topf wie bei der Innenvariante vorgesehen im Außenbereich aufgestellt wird, ist die Folge der Niederschläge, dass der Topf bis zum Rand mit Wasser volllaufen kann, weil kein Abfluss besteht. Die Pflanze „ertrinkt“. Man könnte dies nur umgehen, wenn der Topf vor Regen geschützt aufgestellt wird. Dann würde auch die Innenvariante im Außenbereich funktionieren.

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