Kreditkarte ist gesperrt

Schnellübersicht – darum geht es auf dieser Seite:Warum Kreditkarten ohne Wissen des Kartenhalters gesperrt werden können | Wann man eine Kreditkarte selbst sperren sollte | Welche Daten man immer bei der Hand haben sollte

Die Kreditkarte ist plötzlich gesperrt – aber warum? Und was ist zu tun?

Ist Ihnen das auch schon passiert? Sie haben sich an alle Ihnen bekannten Regeln gehalten, wollen gerade mit Ihrer Kreditkarte eine Zahlung vornehmen, doch der Händler teilt Ihnen mit, die Karte sei gesperrt. Sie müssen sich nun nicht unbedingt Sorgen machen. Es kann sich um eine automatisierte Sicherheitsmaßnahme der Kreditkartenfirma handeln.

Lesedauer   Lesedauer – für diesen Text benötigt ein durchschnittlicher Leser 3:20 Minuten  (Erklärung hier)

Kreditkartenfirmen lassen sich im wahrsten Sinn des Wortes nicht gerne in die Karten blicken, wenn es um interne Sicherheitsmaßnahmen geht. Verständlich. Das würde vor allem Betrüger sehr interessieren. Für Kunden, deren Karten ungerechtfertigt in diesem Netz hängen geblieben sind, kann dies aber viel Ärger und auch Kosten bedeuten. Stellen Sie sich vor, Sie sind im Urlaub und die Kreditkarte funktioniert plötzlich nicht mehr. Wenn man nicht weiß warum, beginnt zuerst einmal eine aufwändige Recherche, an was dies liegen könnte und am Ende blüht einem dann noch der Versuch, die Karte aus dem Ausland wieder entsperren zu lassen. Statt Erholung am Strand, schwitzen am Telefon. Und dazu noch eine Portion Peinlichkeit an der Kassa jenes Geschäfts, an der die Karte nicht akzeptiert wurde.

Allerdings haben diese Sicherheitsvorkehrungen der Kreditkartenfirmen – bei allem individuell möglichen Ärger für den Kunden – absolut ihre Berechtigung. Es geht ja darum, zu verhindern, dass sich Betrüger mit der Kreditkarte unrechtmäßig bereichern. Wichtig für den Kunden ist es nur, dass er weiß, dass eine nicht funktionierende Kreditkarte einen ganz einfachen und nicht unbedingt besorgniserregenden Grund

haben kann. Und er in weiterer Folge schnell wieder die Entsperrung veranlassen kann.

Der Hintergrund: Kreditkartenfirmen durchforsten mit Computersoftware laufend die Eingänge aller Kreditkartenzahlungen rund um den Globus. Die Software sucht dabei vorher festgelegte Muster, die auf eine missbräuchliche Verwendung einer Karte schließen lassen (siehe dazu Beispiele in der Infobox). So ein System kann allerdings nicht perfekt sein. Es gibt eine Dunkelziffer von Sperrungen von Karten, deren Verwendung einem dieser Muster entsprochen hat, ohne dass ein Betrugsfall vorliegt. Pech für den Kartenhalter.

Anzuraten ist jedem Kreditkartenbesitzer, auf Ausnahmefälle vorbereitet zu sein. Man sollte unbedingt immer eine Notfalltelefonnummer seines Kreditkartenunternehmens und seiner Bank bei der Hand haben. Vor allem im Urlaub ist es meist sehr aufwändig, diese im Nachhinein herauszufinden. Über die Notfallhotline kann das Problem dann gelöst werden. Diese Notfalltelefonnummer ist auch wichtig, wenn man selbst die Karte sperren möchte (wenn die Karte gestohlen wurde oder man den Verdacht hegt, dass aufgrund von Phishing die Kartendaten in fremde Hände gelangt sind).

GRÜNDE FÜR EINE SPERRE
punktierte Linie
  • Eine Kreditkarte kann ohne Ihr Zutun und ohne Verständigung gesperrt werden. Beispielsweise wenn mit einer Kreditkarte am gleichen Tag Zahlungen in verschiedenen Ländern, beispielsweise Schuhe in Australien und Elektronikgeräte in Österreich erfolgen, schlägt die Computerüberwachung Alarm und die Karte wird wegen Verdachts einer unbefugten Benutzung sofort gesperrt.
  • Aufgrund der Zahlungshistorie ist das Zahlungsverhalten eines Kunden für die Kreditkartenfirma kein Geheimnis. Weichen Zahlungen vom üblichen Muster erheblich ab, ist das für den Überwachungscomputer ein Warnzeichen. Kreditkarte wird gesperrt.
  • Banken haben für verschiedene Länder verschiedene Tageslimite festgelegt, die Kunden meist unbekannt sind. In Ländern mit weniger Sicherheit sind die Limite niedriger. Wird so ein Tageslimit überschritten, erhalten Händler, bei denen Sie einen Kauf vornehmen, im Zuge des Autorisierungsvorgangs die Mitteilung, dass man von Ihnen eine Ausweisleistung einfordert.
  • Kreditkartenbetrüger testen oft mit sehr kleinen Beträgen, ob entwendete Karten funktionieren. Registriert der Überwachungscomputer dies, schließt er auf einen nicht konformen Vorgang und sperrt die betroffenen Kreditkarten.
WANN MAN SELBST SPERREN SOLLTE
punktierte Linie
  • Mastercard gibt dazu folgende Tipps, die aber natürlich für alle Kreditkarten gelten:
    1) Bei Verlust oder Diebstahl.
    2) Wenn die Kreditkarte nicht mehr aus einem Geldausgabeautomaten kommt.
    3) Wenn der Verdacht besteht, dass Unbefugte Ihre Kartendaten verwenden.
    4) Wenn Sie eine Kreditkarte beantragt haben bzw. auf eine Ersatzkarte warten und diese noch nicht bei Ihnen eingetroffen ist.
    5) Wenn Sie fürchten, dass Sie Opfer eines Phishing-Betrügers geworden sind.

    Wer mehr über Phishing wissen möchte – Zauberfuchs hat hier einen eigenen Hintergrundbericht zu diesem Thema.

Foto: Shutterstock/Swanepoel