Haltbarkeit von Laufschuhen

Schnellübersicht – darum geht es auf dieser Seite: Einflussfaktoren auf die Haltbarkeit von Laufschuhen | Schlechte Schuhe können das Schienbeinkantensyndrom auslösen | Joggingschuhe richtig einlaufen

Wechselzeit: Wann die Haltbarkeit eines Joggingschuhs abgelaufen ist

Ist ein perfekt passender Joggingschuh einmal gut eingelaufen, möchte man sich von ihm am liebsten nicht mehr trennen. Doch auch Laufschuhe haben ein Ablaufdatum – im wahrsten Sinn des Wortes. Und man tut aus gesundheitlichen Gründen gut daran, die Schuhe rechtzeitig zu wechseln. Wer einmal wissen möchte, wie sich der Unterschied zwischen Alt und Jung in Sachen Schuhen anfühlt, sollte den „Ablauf“-Test machen (siehe unten).

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Die Mittelsohle des Laufschuhs ist die entscheidende Komponente, die über die Haltbarkeit des Schuhs bestimmt. Mittelsohlen haben eine schwammartige Polsterstruktur. Im Lauf der Zeit platzen durch die andauernde Belastung dieses Materials die Lufteinschlüsse. Die Mittelsohle beginnt ihre Geometrie zu ändern, sich in die Richtung der höchsten Belastung leicht zu neigen (denn dort platzen die meisten Lufteinschlüsse). Da dieser Vorgang langsam abläuft, merkt man die Veränderung kaum. Die Folge können Fehlbewegungen sein. Diese führen wiederum zu Beschwerden im Bereich der Achillessehne und des Sprunggelenks. Oder zum Schienbeinkantensyndrom.

SHIN-SPLIN-SYNDROM. Was der Tennisarm für den Tennisspieler ist, das ist das Schienbeinkantensyndrom für den Viel-Läufer (auch Shin-Splint-Syndrom genannt). Auch wenn Mediziner dabei nicht von einem eigenständigen Verletzungbild sprechen, kann eine Überbelastung der Schienbein- und Fußmuskulatur zu Schmerzen führen, die nur langsam abheilen. Einer der Gründe für das Auslösen des Syndroms sind falsche oder „abgelaufene“ Schuhe.

„ABLAUF“-TEST. Wer sehr viele Laufkilometer abspult und selbst einmal herausfinden möchte,

wie „abgelaufen“ ein Joggingschuh nach etwa 500 Kilometern ist, kann einen einfachen Test machen: Man kauft zwei Paar identischen Laufschuhe. Mit einem Paar spult man über die nächsten Wochen, Monate 500 Kilometer ab. Dann rückt man mit beiden Schuhpaaren zu einem Testlauf aus und macht den direkten Vergleich zwischen dem benutzten und dem fabriksneuen Modell. Der gefühlte Unterschied sollte eindrucksvoll sein.

SCHUH-PFLEGE. Laufschuhe sollten nicht in der Waschmaschine gewaschen werden. Waschmittel schaden vor allem dem Schuhkleber. Angeklebte Teile beginnen sich abzulösen. Man kann die Innensohle herausnehmen und mit den Schnürsenkeln separat waschen. Grobe Verschmutzungen entfernt man sofort mit einer alten Zahnbürste (mit der man leichter in Vertiefungen kommt) und lauwarmem, leicht seifigem Wasser. Zum Trocknen sollte man Laufschuhe nie neben oder auf eine Heizung oder in die Sonne stellen. Direkte Hitze und Sonnenlicht können das Material beschädigen. Nasse Schuhe sollten mit Zeitungspapier ausgestopft werden (sollte Zeitungspapier nicht zur Hand sein, behilft man sich mit Küchenrollenpapier). In feuchten Schuhen können sich Bakterien und Pilze leicht vermehren, was wiederum zu schlechtem Geruch führt und sogar Infektionen begünstigen kann.

HALTBARKEITS-WISSEN
punktierte Linie
  • Auch Laufschuhe haben ein Haltbarkeitsdatum. Nach 500 bis 1000 Kilometern verlieren sie die Hälfte ihrer Dämpfwirkung. Das Nachlassen hängt von folgenden Faktoren ab: Qualität des Schuhs (Tophersteller siedeln die Laufleistung meist bei 1000 Kilometern an), Laufstil (Abrollverhalten, Geschwindigkeit), Gewicht des Läufers, Art des Untergrund, auf dem gejoggt wird. Die Sohlen bestehen aus aufgeschäumten Material, das altert. Die Schuhe werden daurch zusätzlich immer härter und verlieren ihre Dämpfwirkung. Der Alterungsprozess wird durch ständige Sonneneinwirkung sowie Waschen der Schuhe in der Waschmaschine beschleunigt.
  • Da die meisten Jogger ihre ungefähre Laufleistung kennen, lässt sich also leicht individuell errechnen, wann man die Schuhe aus gesundheitlichen Gründen tauschen sollte – auch wenn sie optisch noch gut aussehen. Man kann sie ja für Tätigkeiten abseits des Sports weiterverwenden. Bei einer Laufleistung von zehn bis 15 Kilometern pro Woche ist es also nach ungefähr einem Jahr Zeit, den Schuh zu tauschen.
  • Da sich das Obermaterial bei jedem neuen Laufschuh auf den ersten Kilometern noch etwas ausdehnt, sollte man neue Schuhe kurz einlaufen und dann die Schnürung nachstellen. Den Zeitpunkt der Anpassung der Schnürung merkt man, wenn der Fuß im Schuh etwas zu „schwimmen“ beginnt. Sind die Schuhe nicht richtig eingelaufen und man stürzt sich sofort auf eine lange Strecke oder in einen Wettkampf drohen Blasen. Sollte dies passiert sein, dann gibt es dazu hier Informationen.
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