Mitarbeiter müssen Strom für Kaffee im Büro bezahlen

Kaffee im Büro: Die Mitarbeiter
müssen für den Strom zahlen

Die 240 Rathaus-Mitarbeiter der Stadt Werdohl in Deutschland müssen ab sofort vier Euro im Monat für die Nutzung von Kaffeemaschinen und Wasserkochern an ihren Arbeitgeber zahlen. Das hat das zuständige Arbeitsgericht Iserlohn entschieden. Hintergrund ist eine Klage eines Mitarbeiters, der dem Personalrat der Stadt Werdohl angehört, die abgelehnt wurde.

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„Rein rechtlich gesehen, obliegt dem Arbeitgeber das Weisungsrecht. Zudem hat die Stadt Werdohl im gegenständlichen Fall streng genommen die Macht über die Arbeitsmittel. Denn obgleich Arbeitnehmer aus arbeitsschutzrechtlichen Gesichtspunkten das Recht auf Grundversorgung am Arbeitsplatz haben, besteht kein gesetzlicher Anspruch auf Kaffee“, so Arbeitsrechtsexperte Peter Groll.

Der Richter argumentiert, dass die Stadt nicht dazu verpflichtet ist, die Nutzung elektrischer Geräte im Büro zu erlauben, sondern sie komplett untersagen könne. Kläger Ingo Müller stößt das auf: „Kein Wort über Mitbestimmungsrechte, kein Wort über die Arbeitsstättenrichtlinien“, lässt er sich von der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung zitieren. Personalchef Michael Grabs: „Bei der Erfüllung unserer Sparziele müssen wir alle Beteiligten mitnehmen.“

Ob die Entscheidung fernab ihrer juristischen Korrektheit für ein gutes Arbeitsklima sorgen wird,

bleibt fraglich. „Gerade wenn es um die Verwendung von Steuergeldern geht, entscheiden viele Gerichte ohne großes Entgegenkommen – auch wenn sich das Urteil im aktuellen Fall womöglich kontraproduktiv auf die Motivation der Mitarbeiter der Behörde auswirkt“, erklärt Jurist Groll. Die Stadt Werdohl hingegen freut sich über rund 4500 Euro Kostenersparnis.

Kritik zur ungeliebten Stromkostenpauschale hagelt es von Seiten der Gewerkschaftsvertreter. Jana Holland, Gewerkschaftssekretärin: „Ich bin empört darüber, dass die Stadt den Mitarbeitern diese Kosten aufdrückt. Darf Werdohl Strom an seine Mitarbeiter verkaufen?“ Dass der Richter keine Verhandlung zugelassen und der Gerichtstermin in 20 Minuten vorbei war, hält die Gewerkschafterin für indiskutabel.

Anmerkung der Redaktion: Aprilscherz! Zum heutigen 1. April haben wir bei Fabelfuchs ausnahmsweise nichts erfunden. Auch wenn Sie es nicht glauben – diese Geschichte ist wahr.

Foto: Shutterstock/Sergemi