Kreuzfahrtschiff tauchte wie aus dem Nichts auf

Riesiges Kreuzfahrtschiff tauchte wie
aus dem Nichts auf dem Achensee auf

Die Anwohner der Gemeinde Pertisau trauten ihren Augen nicht, als sie am Morgen auf den Achensee blickten. Ein riesiges Kreuzfahrtschiff war über Nacht wie aus dem Nichts auf dem See aufgetaucht und lag nun in der Nähe der Gaisalm vor Anker. Die Bezirksbehörden bildeten umgehend einen Krisenstab, um zu klären, ob von dem Objekt eine Gefahr für die Bevölkerung ausgeht. Landeshauptmann Günther Platter ist zu einem Lokalaugenschein nach Pertisau gekommen und hat an der Lagebesprechung der Bezirkseinsatzleitung (der Polizei, Rettung, Feuerwehr, Bundesheer, Berg- und Wasserwacht sowie Vertreter der Achenseeschifffahrt GmbH. und des Schiffsmodellbauvereins Pertisau angehören) teilgenommen.

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Erste Erkundungsflüge mittels Hubschrauber der Polizei haben ergeben, dass es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um ein Geisterschiff handelt, da keinerlei Personen auf dem Schiff gesichtet werden konnten. Woher es kam und vor allem wie es auf den Achensee kam, ist den Behörden vorerst noch ein Rätsel.

Reporter von Wiener Boulevardzeitungen sprechen im Zusammenhang mit dem Geisterschiff, das im Dreieck Pertisau/Maurach/Scholastika aufgetaucht ist, mittlerweile vom Ereignis im Permuta-Dreieck. In ihren Berichten zeigen sie Parallelen zum noch berühmteren Bermuda-Dreieck auf, allerdings bleibt ungeklärt, warum im einen Dreieck Schiffe auftauchen und im anderen verschwinden. In der Bevölkerung wird das Geisterschiff mittlerweile „der fliegende Holländer“ genannt, da an Deck ein Wohnwagen gesichtet wurde.

Zur Beruhigung der Bevölkerung tragen die Berichte der Sensationspresse derzeit wenig bei. Wie Valium wirken dagegen einmal mehr die Worte des Tiroler Landesvaters. „Ein derart überraschendes Ereignis hat es in Tirol noch nie gegeben. Umso wichtiger ist der engagierte Einsatz und die reibungslose Zusammenarbeit zwischen allen Behörden und Einsatzorganisationen“, versuchte Landeshauptmann Günther Platter nach einer Einsatzbesprechung die Bevölkerung zu

beruhigen. „Tirol hat schon immer in Notsituationen bewiesen: Wir halten zusammen und stehen füreinander ein. Das ist unser Signal der Hoffnung an die Anrainer am Achensee.“ Und speziell an die Einwohner der Achensee-Gemeinden richtete er dann die Worte: „Der sicherste Platz ist derzeit zuhause.“

Laut Wikipedia sind Geisterschiffe  auf (dem) See gefundene Schiffe ohne oder mit toter Besatzung. „Sie waren und sind keine Seltenheit. In der Vergangenheit rafften Pest, Skorbut und Seuchen ganze Schiffsbesatzungen dahin. Aus Angst vor Ansteckungen wurden diese Schiffe in keinem Hafen aufgenommen. Schließlich, wenn alle gestorben waren, trieb so ein Geisterschiff auf unbestimmte Zeit kreuz und quer über die Gewässer.“

Aus Sicherheitsgründen wird auch dem Geisterschiff vom Achensee von den Behörden das Einlaufen in einen der Häfen am See verboten – obwohl man diese Auflage noch keinem Besatzungsmitglied mitteilen konnte und auch kein Hafen am Achensee in der Lage wäre, dieses riesige Schiff aufzunehmen. Ob Pest, Skorbut oder andere Seuchen für das Fehlen von Lebenszeichen an Bord des Schiffes verantwortlich sind, konnte von den Behörden bisher noch nicht geklärt werden. Ebenfalls offen ist, ob es herumgeistern wird.

Foto: Shutterstock/lsantilli